2201 Der Begriff der Sileni Alcibiadis geht auf Platons Symposion zurück. Doch ist er als sprichwörtliche Wendung erst von Er. geprägt. Man findet ihn als solche weder bei den Paroemiographen noch bei den klassischen Schriftstellern. Symbolisch hatte Pico della Mirandola 1485 von den Sileni Alcibiadis gesprochen, in einem Brief an Ermolao Barbaro, in dem er die mittelalterliche Theologie mit ihrer wenig erfreulichen Sprache gegen humanistische Angriffe verteidigte: „Sed vis effingam ideam sermonis nostri ? Ea est ipsissima quae Silenorum nostri Alcibiadis. Erant enim horum simulachra hispido ore, tetro et aspernabili, sed intus plena gemmarum, suppellectilis rarae et pretiosae. Ita extrinsecus. si aspexeris, feram videas, si introspexeris, numen agnoscas” (Ioannis Pici Mirandulae Omnia opera, Bononiae, 1496, f° viiiiv = Opera omnia, vol. I, Basileae, 1557, p. 354). Er. wurde offenbar durch dieses Bild beeindruckt, da er seinen tiefen Sinn und seine Verwendbarkeit für die Kritik an Kirche und Politik erkannte. Er machte dreimal davon Gebrauch: im Enchiridion (LB V, 29), wo er es auf die Auslegung der Heiligen Schrift anwandte, in der Moria (ASD IV, 3, p. 104, l. 578 sqq.), wo er es als Massstab zur Deutung des sittlichen Lebens gebrauchte, und zuletzt im vorliegenden Adagium, in dem er es zu einem allgemein gültigen Schlüssel der Weltdeutung macht und die ursprünglich philosophische und esoterische Anregung Picos zu einer politischmoralischen Abhandlung ausgestaltet. In der Aldina von 1508, wo das Adagium zum ersten Mal erscheint, ist es auf wenige Zeilen beschränkt. Erst 1515 erhielt es die jetzige Gestalt eines kleinen selbständigen Essays, dessen Entstehung der erhaltene eigenhändige Entwurf des Er. zu verfolgen erlaubt (β, cf. unsern kritischen Apparat und oben Einleitung, p. 17). Von da an blieb es im wesentlichen unverändert bis zur letzten Ausgabe, abgesehen von wenigen Erweiterungen, einigen vorsichtig abschwächenden Zufügungen (cf. ll. 130 sq., 139-142, 163, 193, 205) und einer einzigen Streichung (cf. app. crit. zu ll. 351-352).
Nach Thema und Entstehung gehört das Adagium, wie Moria, Iulius exclusus und wie einige andere lange Adagia von 1515 (besonders Adag. 2601 und 3001), zur Gruppe jener Schriften, an denen Er. während seines Englandaufenthaltes (1509-1514) arbeitete. Diese Schriften sind vor dem Hintergrund der Kriege Julius' II. zu verstehen, von denen Er. persönlich betroffen wurde: zuerst störte die päpstliche Expansionspolitik seinen Italienaufenthalt (1506-1509), darauf erfüllte der Krieg der Heiligen Liga, der ebenfalls durch den Papst veranlasst war, jenes friedliche England mit Spannungen, in das Er. sich mit | 160 vielen Hoffnungen begeben hatte. So spricht aus diesem Adagium die Reaktion des Er. gegenüber den Wechselfällen der internationalen Politik, die er als Zeuge und Opfer in Italien erlebt hatte und über die er sich auch in England durch seinen Freund Andreas Ammonius aus der Kanzlei Heinrichs VIII. auf dem laufenden hielt. Es ist zugleich die Erwiderung des unabhängigen Humanisten und Christen auf die von Hofgelehrten entwickelte ideologische Rechtfertigung der Eroberungspolitik europäischer Herrscher und besonders des Papstes. Unser Kommentar versucht, die darin enthaltenen Anspielungen auf die zeitgenössischen Geschehnisse und auf ihre Verteidigung in der offiziellen Propaganda so weit als möglich zu identifizieren und Entsprechungen hervorzuheben, die zu den übrigen Schriften jener Gruppe bestehen, der das Adagium historisch zuzurechnen ist. Im einzelnen haben wir die oft wörtlichen Anklänge verzeichnet, die die Sileni und den Iulius exclusus miteinander verbinden (und | 161 die zum grossen Teil schon W. G. Ferguson in seiner Ausgabe der Opuscula festgestellt hat), um so die Beziehung dieser beiden sich ergänzenden Schriften zu erhellen: der Iulius exclusus spricht offen aus, was in den Sileni nur angedeutet ist (über die Frage der Echtheit des Iulius exclusus cf. infra Adag. 2386, n.ll. 981-987). Die Sileni Alcibiadis erschienen bald nach dem Erstdruck von 1515 (B) in mehreren Sonderausgaben: im April 1517 bei Froben (cum Scholiis Ioannis Frobenii, pro graecarum vocum et quorundam locorum apertiori intelligentia ad calcem adiectis) (M = BB E.259), im Oktober 1517 bei Thierry Martens, dem Herausgeber des Iulius exclusus, in Löwen (BB E.260); eine undatierte Ausgabe bei Simon Corver in Zwolle (BB E.265) ist vielleicht identisch mit derjenigen, die Gerard Listrius, damals Rektor der Schule von Zwolle, 1520 veranlasste (cf. Allen, introd. Ep. 495). Es folgten weitere in Köln (S. Cruftanus, Mai 1520, BB E.261), Deventer (1524), Paris (1527 und 1534, BB E.263 und 264), ferner einige ohne Angabe von Druckort und jahr. Ausserdem wurden die Sileni in Sammlungen einschlägiger Schriften des Er. aufgenommen, so in eine Juntina (Florenz, 1520). Den Erfolg der Sileni bezeugen zudem Übersetzungen des 16. und 17. Jh. in verschiedene Sprachen: zuerst eine deutsche, vielleicht von Georg Spalatinus (s.l., 1520; cf. BB E.269 und Ep. 501). Dann zwei spanische: die eine von Bernardo Perez (Valencia, 1529, nachgedruckt Antwerpen, 1550, BB E.266/267), die andere von einem Anonymus (s.l. et a., BB E.268, cf. M. Bataillon, Erasme et l'Espagne, Paris, 1937, p. XXXIV). Eine französische Übertragung von Martin Flury von Dieppe erschien 1544 in Paris (Les bibliothèques françoises de La Croix Du Maine et Du Verdier ... Nouvelle édition ..., vol. III, Paris, 1771-1773, p. 34), eine englische in London s.a. Eine holländische Fassung des 17. Jh. (s.l., 1622), in der die Sileni mit Dulce bellum vereinigt waren, erlebte mehrere Auflagen (BB E.246). Schriftsteller von konventioneller humanistischer Bildung, wie Longolius, schätzten die Sileni gering (Christophori Longolii Orationes duae ..., Florentiae, 1524, f° 128r); auf selbständigere Denker übten sie starke Wirkung aus. So scheint Guillaume Budé in De Studio litterarum recte... instituendo (1532) einmal, ohne Er.' Namen zu nennen, auf die Sileni anzuspielen (Omnia opera, t. I, Basileae, 1557, p. 23 A). Zwei andere Leser des Er., beide Ordensbrüder, beide der Ketzerei beschuldigt, François Rabelais (La vie ...du Grand Gargantua: Œuvres complètes, vol. I, ed. P. Iourda, Paris, 1962, p. 5) und Giordano Bruno (Opere italiane, vol. I: Dialoghi metafisici, ed. G. Gentile, Bari, 1925, p. 11 n.) bezeichneten das Bild der Silene als Schlüssel zur Auslegung ihrer Werke. In der zensurierten Ausgabe der Adagia, die im posttridentinischen Italien im Umlauf war, bestanden die Sileni nur aus den zwei ersten Spalten der Leidener Ausgabe (LB II, 770 C-771 D): der Zensor, der Dominikaner Eustachio Locatelli, hatte einzig die gelehrte Einleitung belassen, weil er den zeitkritischen Teil (über die „umgekehrten” Silene) wie auch den Abschnitt über die christlichen Silene (Christus, die Apostel und die Propheten) für irreführend hielt. In dieser verstümmelten und harmlosen Fassung waren die Sileni auch in Italien weiterhin im Umlauf, sie waren aber nunmehr auf eine blosse Metapher reduziert. So lebt auch der Vergleich mit den Silenen in der italienischen Literatur des späten Cinquecento und des Seicento (Torquato Tasso, Girolamo Vida etc.) nur noch als rhetorisches Bild weiter; cf. Delio Cantimori, Gedenkschrift zum 400. Todestage des Er., Basel, 1936, pp. 98-112; Id., Studi Germania, II, 1937, pp. 145-170.

3 Σιληνοὶ Ἀλκιβιάδου Plat. Symp. 215 a-b.

3-4 apud eruditos ... videntur Er. denkt wahrscheinlich an Giovanni Pico della Mirandola; cf. die einleitende Anmerkung.

4 prouerbii ... referuntur Der Ausdruck fehlt in den uns bekannten Ausgaben der Paroemiographen.

5 prima ... fronte   Adag. 888 (Prima facie. Prima fronte), LB II, 362 C.

8 Aiunt Plat. loc. cit.

12 Bacchi paedagogo Die Scholien in Frobens Sonderausgabe von 1517 verweisen auf Diod. V (richtig IV, 4, 3).

12-13 numinumque ... morione Wohl nach Lucian. Icar. 27; cf. Deor. com. 4.

14 γελωτοποιούς Xen. Symp. 1, 11. Lucian. Ver. hist. II, 18; Conuiv. 18; 20.
     Athen. V, 188 d.

17 Xen. Symp. 4, 19 (ὡς γὰρ καὶ ἐμοῦ καλλίων ὢν ταῦτα; 19 ἐν τοῖς σατυρικοῖς).

20-23 Plat. Symp. 215 a sqq.; 221 d sqq.

24 summa ... cute Adag. 889 (Intus et in cute), LB II, 362 DE.

163

25 taurinus aspectus Cf. Adag. 2647 (Tauricum tueri) und Plat. Tht. 143 e; Phaed. 117 b. Xen. Symp. 5, 5.
     nares simae Die Stumpfnase des Sokrates wird in Plat. Tht. 143 e und in Xen. Symp. 5, 6 erwähnt.

26 bardum ac stupidum Anklang an Cic. Fat. 10 (cf. Cic. Tusc. IV, 80).
    Cultus neglectus Nach Plat. Symp. 219 b trug Sokrates den τρίβων, den Mantel der Armen.

26-28 sermo ... ore Cf. Plat. Symp. 221 e (auch Plat. Gorg. 490 c).

28 εἰσαγωγάς Dieser Terminus der Rhetorik und der Dialektik wird durch Er. im Sinne von „inductiones” (Apophth., LB IV, 155 B) gedeutet. Eigentlich gibt der lateinische Ausdruck „inductio” als „oratio quae rebus non dubiis captat assensionem eius quicum instituta est” (Cic. Inv. I, 51) und als „genus argumentandi quod ... maxime Socrates et Socratici tractarunt” (Cic. Inv. I, 61) das griechische Wort ἐπαγωγή (Cic. Top. 42) wieder. Er. hat wahrscheinlich εἰσαγωγή und ἐπαγωγή verwechselt.

29 fortuna tenuis Plat. Apol. 23 b; 31 c; 38 b. Das Vermögen des Sokrates schätzte man im ganzen auf fünf Minen (Xen. Oec. 2, 3).

29-30 vxor ... posset Xen. Symp. 2, 10. Diog. Laert. II, 36 sq.

30-31 Videbatur ... tangi Plat. Symp. 216 d; Charm. 155 d. Xen. Symp. 4, 27.

31-32 cum ... Alcibiades Plat. Symp. 217 a sqq.

31 Adag. 163 (Δὶς διὰ πασῶν), LB II, 94 F.

34-35 Gorgias ... iactitaret Plat. Gorg. 447 cd; 448 a. Cf. Cic. Fin. II, 1.

36 hic ... sciret Plat. Apol. 21 b sqq. Cic. Ac. 1, II, 47.

38 cum risu sit explosus Diese Episode aus dem Leben des Sokrates, auf die sich Er. auch in der Moria (ASD IV, 3, pp. 96-98, ll. 478-480) bezieht, findet keine Bestätigung in der uns bekannten sokratischen Literatur. Sokrates bekleidete nur einmal ein Amt und sprach dabei öffentlich, wurde aber nicht verlacht, sondern heftig angefeindet (Plat. Apol. 32 b; Xen. Mem. I, 1, 18).

44-46 vt cicutam ... persolueret Plat. Phaed. 117 bc; 118 a.

49 sapiens ... pronunciatus est Plat. Apol. 21 a sqq. Xen. Apol. 14. Diog. Laert. II, 37.

52 Antisthenes Der Sokratiker Antisthenes trug nach Diog. Laert. VI, 13 die Tracht der Bettler, Stock und Doppelsack.

53 Diogenes Diogenes von Sinope, der berühmteste Schüler des Antisthenes, führte das von seinem Lehrer übernommene Ideal der Bedürfnislosigkeit und den Kampf gegen die geltenden Konventionen zur letzten Konsequenz. Es scheint, dass die rücksichtlose Verwirklichung seines Lebensideals ihm den Übernamen „Hund” eintrug, da dieses Tier bei den Griechen als schamlos galt. Diog. Laert. VI, 33; 40; 45; 46; 55.

55 κορυφαῖος Im Sinne von „praecipuus”, „princeps”.
     alpha   Adag. 8 (Prora et puppis), LB II, 28 F, und besonders Adag. 1318 (Alpha penulatorum), LB II, 528 E.

56-57 optaturum ... esset Diog. Laert. VI, 32.

57-58 cum ... esset Er. fasst einen Gedanken aus Plut. Mor. 782 a b zusammen; cf. seine eigene Übersetzung ASD IV, 2, p. 220, ll. 120-122, ferner Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 134, l. 34 sqq.

58 Epictetus Der stoische Philosoph phrygischer Abstammung (um 100 n. Chr.) war in Rom Sklave gewesen.

59 epitaphium   Anth. Pal. VII, 676 = Anth. Plan. III a, 28, 39. Auch bei Gell. II, 18 und Macr. Sat. I, 11, 45. Cf. Chrys. Comm. in Acta apostol., Hom. XIII, Migne PG 60, 111.

165

67-68 si ... modum Er. war sich der anstössigen Wirkung dieses Vergleichs bewusst, cf. Ep. 337, 1. 519 sqq.

74-75 Tum ... peruenit Ebenso Iulius exclusus 1120 sqq. Ferguson.

76 mysticus ... vates   Is. 53, 2 sq.

88 Xerxes Nach Hdt. VII, 186, 2 und Plut. Mor. 305 d betrug die Zahl der Teilnehmer am Xerxeszug fünf Millionen.

88-89 Croesos Cf. Adag. 574 a (Croeso, Crasso ditior), LB II, 251 DE.

89 inane sophos Nach Martial. I, 76, 10: „magnum sed perinane sophos” („das leere Bravo” [Helm]).

95-96 ouium ... pellibus Anklang an Hebr. 11,36 sqq.

96-97 Quibus ... mundus   Hebr. 11, 38.

97-98 camelorum ... pilis   Mt. 3, 4. Mc. 1, 6.

101 Inter natos ... Baptista   Mt. 11, 11.

105-106 dicto ... daemonibus   Act. 16, 18. Cf. Iulius exclusus 1079 Ferguson.

106 nutu ... maria Vielleicht spielt Er. hier auf den Sturm an, den Paulus nach Act. 27 erlebte. Aus dem NT-Text geht aber nicht hervor, dass Paulus einschritt, um den Sturm zu besänftigen.

106-107 verbo ... reuocant   Act. 9, 40. Cf. Iulius exclusus 1080 Ferguson.

107 Croesus Cf. supra n.ll. 88-89.

107-108 vmbra ... aegrotis   Act. 5, 15. Cf. Iulius exclusus 1079 Ferguson.

108-109 solo ... impertiunt   Act. 8, 17 sq.; 9, 17; 19, 6. Ähnlich in Er.' Kommentar zu Hieronymus, Omnia opera, t. III, Basileae, 1516, f° 45 D sq.

109 Aristoteles Hier im Sinne von „vir doctissimus”, „vir ingenio praepotens” gebraucht.

110-111 ad quam ... est Nach 1. Cor. 1, 18 sqq.

111-112 eorum pace Der scholastischen Theologen; cf. z.B. Er. Moria, ASD IV, 3, p. 152, l. 444 sqq.

115 grani sinapis imaginem   Mt. 13, 31 sq. Mc. 4, 30 sqq. Lc. 13, 18 sq.

167

116 Adag. 945 (E diametro opposita. Diametro distant), LB II, 380 E.

118 Martinus Der heilige Martin, Bischof von Tours (316-396). Cf. Sulpicius Severus, Vita sancti Martini, CSEL I, pp. 107-137. Er. scheint vor allem an Kap. 9 zu denken, das die Wahl zum Bischof und den Widerstand gegen die Kandidatur Martins beschreibt, von dem man sagte: „contemptibilem esse personam, indignum esse episcopatu hominem vultu despicabilem, veste sordidum, crine deformem” (Severus, op. cit., c. 9, 3, p. 119).

123 sapientibus pileis Das „pileum”, eine Art runder Kopfbedeckung, war in einigen mittelalterlichen Universitäten das Abzeichen der Magisterwürde. Seine Einführung wurde direkt auf Gott zurückgeführt, der es den Schriftgelehrten als symbolische Auszeichnung zugedacht haben sollte. Der Titel eines Magisters wurde feierlich verliehen durch das Aufsetzen des „pileum” (C. E. Du Boulay, Historia Uniuersitatis Parisiensis, vol. II, Paris, 1665, p. 257).
     splendidis cingulis Einige Bestimmungen mittelalterlicher Universitäten untersagten den einfachen Studenten den Gebrauch des Gürtels (H. Rashdall, The Universities of Europe in the Middle Ages, vol. III, Oxford, 1936, p. 391).

126 idiota Er. dachte vielleicht an die Contemplationes idiotae, eine im 15. und 16. Jh. umlaufende Sammlung mystischer Meditationen, die zuerst 1519 von Jacques Lefèvre d'Etaples im Druck veröffentlicht wurde. Ihr anonymer Verfasser, der „idiota sapiens”, war, wie erst im 17. Jh. erkannt wurde, Raymond Jourdan, ein französischer Augustiner des 14. Jahrhunderts. Cf. The Prefatory Epistles of Jacques Lefèvre d'Etaples, ed. Eugene F. Rice, New York, 1972, p. 410 sq.

126-127 subtilis ... Scotus Duns Scotus, der Kommentator der Sententiae des Petrus Lombardus (1265/66-1308), wurde „doctor subtilis” genannt. Auf ihn beriefen sich die scholastischen Scotisten, die zur Zeit des Er. die theologische Fakultät in Paris beherrschten. Er war eines der Ziele der antischolastischen Polemik des Er. Cf. Enchir., LB V, 8 DE; Moria, ASD IV, 3, p. 148, l. 416 sqq. mit n.l. 419.

128 magistris nostris Wer die höchste Stufe in der Universitätslaufbahn erreicht hatte, durfte sich „dominus et sapientissimus magister” (C. E. Du Boulay, op. cit., vol. III, p. 201) und „magister noster” nennen; cf. Er. Moria, ASD IV, 3, p. 158, ll. 519-523.

129-130 magistralium ... propositionum Grundbegriffe der spätscholastischen Logik. Die „definitio” ist die „ratio” des definierten Begriffes und umfasst die zwei Grundtypen der „definitio quid rei” (Definition des Wesens) und der „definitio quid nominis” (Definition des Namens); die „propositio” ist das „sumptum” oder die These, die erörtert wird; die „conclusio” ist die „propositio probata argumentis”. Cf. Alfonso Maierù, Terminologia logica della tarda scolastica, Roma, 1972, Index.

132 Thrasonibus Name des prahlerischen Soldaten im Eunuchus des Terenz.

139-142 Etiam ... sunt Abschwächender Zusatz in G, ebenso l. 163; cf. den Zusatz H, ll. 130-131. Ähnliche mildernde Zusätze hat auch Adag. 2601 (Scarabeus aquilam quaerit) in den Ausgaben von 1528 und 1533 erfahren; cf. die Einleitung des Kommentars, p. 395.

144-145 qui titulo ... profitentur Er. meint vermutlich | 169 die Mönche. Cf. Enchir., LB V, 9 A.

159 substantiae ... vocant Terminus der scholastischen Theologie, der die Engel bezeichnet. Cf. Thomas von Aquino, De substantiis separatis seu de angelorum natura, in: Thomae Aquinatis Opera omnia, XVI, Parmae, 1865, p. 183 sqq.

162 in ecclesiae sacramentis Die Sakramente werden auch Enchir., LB V, 31 A sq. und Moria, ASD IV, 3, p. 192, ll. 212-225, mit dem Bild der Silene gedeutet.

167 anagogen Die geistige und mystische Deutung der heiligen Schrift. Er. scheidet Ratio, LB V, 127 B den sensus historicus, tropologicus, allegoricus und anagogicus, im Anschluss an mittelalterliche Exegese (loc. cit.: „nam ad hunc modum video quosdam diuidere”); cf. H. de Lubac, Exegèse médiévale: Les quatre sens de l'Ecriture, I, 1, Paris, 1959, p. 198 sqq.

168-169 Adam ... conditum   Gn. 2, 7.

169 vxorculam ... subtractam   Gn. 2, 21 sq.

169-170 serpentem ... mulierculam   Gn. 3, 1 sqq.

170 deum ... inambulantem   Gn. 3, 8.

171 romphaeam   Gn. 3, 24.
     ne postliminio ... exules Nach dem „ius postliminii” des römischen Zivilrechtes erhielt der gefangengenommene Bürger, der Sklave des Siegers geworden war, wenn er seine Freiheit wieder erlangte, bei seiner Rückkehr in die Heimat alle Rechte eines freien Mannes zurück, als hätte er nie aufgehört ein solcher zu sein. Cf. Cic. Top. 36 sq. Dig. 49, 15, 19.

172 Loth incestum   Gn. 19, 30 sqq.

173 Sampsonis historiam   Iud. 14 sqq.
     Hier. Commentarii in epistolam ad Philemonem, Migne PL 26, p. 645 (752 C Vall.).

174 Dauid adulterium 2. Sm. 11.
     in ... puellam 1. Rg. 1, 1 sqq.

175 Hos. 1, 2 sq.

178 si nucem frangas   Adag. 1835 (Qui e nuce nucleum esse vult, frangit nucem), LB II, 671 B.

191 serenissimum ... inclytum Über die Titelbezeichnungen der Herrscher und über deren Inkongruenz cf. Er. Iulius exclusus 849 sqq.; Adag. 2601 (Scarabeus aquilam quaerit), ll. 116-121; Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 178, l. 365 sqq.

197 Adag. 226 (Ilias malorum), LB II, 122 B. Cf. Moria, ASD IV, 3, p. 169 und Inst. princ. christ., ASD IV, 1, pp. 145 ; 146.

201-204 si nouum ornatum ... expectes Zur allegorischen Deutung der Bischofsinsignien, im besonderen der mitra und des pedum, cf. Moria, ASD IV, 3, p. 170, l. 740 sqq. mit Millers Kommentar.

203 Adag. 137 (A capite vsque ad calcem), LB II, 84 A.

171

205 bellatorem Ein entsprechendes Urteil wird über Julius II. in Iulius exclusus 77 sq. ausgesprochen.

206 comoediam Der Gedankengang des Er. kann folgendermassen umschrieben werden: wenn einem Bischof das Charisma für sein Amt fehlt, sind seine Insignien wertlose Abzeichen und nichts unterscheidet ihn mehr von einem als Bischof verkleideten Schauspieler. Ähnliche Überlegungen in Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 146, l. 314 sqq. und Moria, ASD IV, 3, p. 104, l. 587 sqq.

209 Serapiones ac Paulos Serapion, ägyptischer Eremit des 4. Jh. n. Chr., Jünger des Abtes Antonius und Bischof von Thmuis. Paulus von Theben (228-331 n. Chr.), sagenhafter erster Eremit, dessen Lebensbeschreibung Hieronymus verfasste (Migne PL 23, 17 und 28). Cf. Moria, ASD IV, 3, p. 168, ll. 670-672.

210 planos Im Sinne von „Gauklern”nach Hor. Epist. I, 17, 59.

211-212 Adag. 830 (Thesaurus carbones erant), LB II, 346 E.

219 Circes Hom. Od. X, 261 sqq. Ov. Met XIV, 248 sqq.

227-228 ab intimis ... ducens Cf. Er. Moria, ASD IV, 3, p. 190, ll. 181-184.

228-229 In bonis ... opes Er. wendet sich in den Schriften dieser Periode (Iulius exclusus 1163 sq.; Adag. 3001 [Dulce bellum inexpertis], LB II, 961 A; Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 187, l. 683 sqq.) öfter gegen die aristotelische Lehre, wonach auch äussere Güter wie der Reichtum zum Glück des Menschen erforderlich sind (Aristot. Pol. VII, 1323 a; Rhet. I, 1360 b 19 sqq.). Hier scheint er nicht aus Aristoteles selbst, sondern eher aus Ciceros Auseinandersetzung mit diesem peripatetischen Begriff der ευδαιμονία zu schöpfen (cf. z.B. Cic. Fin. IV, 49).

230-231 per saxa, per ignes Cf. Adag. 1255 (Perque enses perque ignem oportet irrumpere), LB II, 507 CD, wo Hor. Epist. I, 1, 46 angeführt wird.

233 Codrum Cf. Adag. 3221 (Antiquior Codro), LB II, 1011 C.
     Brutum Troianum Wohl ironische Anspielung auf den mythischen Gründer des englischen Königshauses. Nach einer Legende, die im 12. Jh. durch die von Geoffrey von Monmouth verfasste Historia regum Britanniae verbreitet wurde, war der erste König von England der Trojaner Brutus, ein Urenkel des Aeneas, der als Führer einer Gruppe von Trojaner Flüchtlingen auf der Insel gelandet war (The Historia regum Britanniae of Geoffrey of Monmouth, ed. A. Griscom, London, 1929, p. 224 sqq.). Diese Legende wurde auch in die 1480 zum ersten Mal gedruckten Chronicles of England aufgenommen (Brut or The Chronicles of England, ed. F. W. D. Brie, I, London, 1906, p. 6 sqq.).

234 fabulosum Herculem Über Hercules als Ahnherrn der „premiers Roys de Bourgoingne” (bei Olivier de La Marche, Mémoires, vol. I, edd. H. Beaune et J. d'Asbaumont, Paris, 1883, p. 42 sqq.) cf. W.A. Bulst, Hercules-Arbeiten. Untersuchungen zu den Darstellungen der Taten des Helden in der bildenden Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts, Diss. Heidelberg, 1973 (Masch. sehr.), p. 38 sq. Auch Kaiser Maximilian betrachtete Herkules als seinen Vorfahren, cf. Id., Der „Italienische Saal” der Landshuter Stadtresidenz und sein Darstellungsprogramm, in: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, XXVI, 1975, p. 156.

240 iuxta Paulum 1. Thess. 5, 23. Ausführlich behandelt Er. diese Dreiteilung im Enchir., LB V, 19 A sq., unter Berufung auf Orig. Comm. in Rom. I, 5 (Migne PG 14, 850).

242 damnat apostolus Gal. 5,17 sqq.

173

248-249 Adag. 1079 (Megarenses neque tertii neque quarti), LB II, 438 C.

258-259 Iustitiam ... reponitur Auch Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 961 B, setzt sich Er. mit dem Prinzip „vim vi repellere licet” auseinander und stellt ihm das evangelische Gebot „malo non esse resistendum” entgegen. Auf den allgemein anerkannten und im weltlichen und kanonischen Recht verankerten Grundsatz „vim vi repellere licet” berief sich z.B. Tommaso Inghirami, Domherr des Laterans und berühmter ciceronischer Redner, um die Expansionspolitik von Julius II. zu rechtfertigen. Jenen, die nach der Besetzung Bolognas durch die Franzosen den Papst dazu bewegen wollten, die Streitfrage durch Verhandlungen zu lösen, entgegnete er: „Nihil importunius quam lacessitos iniuria docere quomodo consultare conueniat ... vis vi est repellenda, nec subsidia differenda sunt vbi non differtur iniuria” (T. Phedri Ingheramii Volaterrani De recuperanda Bononia Iulio II Pont. Max. dicta oratio, Vat. lat. 7928, f° 41r).

262 supra leges Die Alternative „rex supra legem” oder „rex sub lege” war eine Streitfrage der mittelalterlichen Rechtswissenschaft (E. H. Kantorowicz, The King's Two Bodies, Princeton, 1957, pp. 96, 104 sqq., 130 sqq., 149 sqq.).

270-275 At cum principis ... potentia Er. folgt der mittelalterlichen Lehre „rex imago dei” (E. von Koerber, Die Staatstheorie des Erasmus von Rotterdam, Diss. Berlin, 1966 = Schriften zur Verfassungsgeschichte, Bd. 4, Berlin, 1967, p. 75 sq.). Diese kehrt Adag. 201 (Aut regem aut fatuum nasci oportere), LB II, 109 A sq. wieder und in vielen Abwandlungen in Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 150 sq., l. 441 sqq.; p. 171, l. 133 sq. Besonders eng ist die Parallele zu Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 150, l. 454 sqq.

275 tyrannis ... non potentia Für den Vergleich zwischen Herrscher und Tyrann cf. auch Adag. 201 (Aut regem aut fatuum nasci oportere), LB II, 110 B; Adag. 2601 (Scarabeus), l. 101 sqq. und Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 153 sqq.

275-276 populi consensus Nach der mittelalterlichen Lehre vom consensus populi als Grundlage der fürstlichen Souveränität (E. von Koerber, op. cit., p. 17 sq.). Andere Fassungen des gleichen Lehrsatzes in Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 965 C; Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 167, l. 987; p. 203, l. 128 sq.; p. 216, l. 541.

282 publicum ... inficit Cf. Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 134, l. 28 sqq.; p. 141 sq., l. 178 sqq.

282-284 Principis ... administrare Die gleiche Lehre von den Aufgaben des Fürsten Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 965 C; Adag. 201 (Aut regem aut fatuum nasci oportere), LB II, 110C; und Inst.princ. christ., ASD IV, 1, p. 152, l. 513.

285 Christianae ... glutinum Der Grundsatz, dynastische Ehen könnten den Frieden in der Welt sichern, wird beispielsweise in einem Briefe Ferdinands von Aragon vom April 1514 ausgesprochen. Darin wird zugleich die Ehe Karls von Habsburg mit Maria von England, der Schwester Heinrichs VIII., und jene Ludwigs XII. von Frankreich mit Eleonore von Habsburg, der Schwester Karls, gewünscht (Calendar of Letters, Despatches and State Papers relating to the negotiations between England and Spain, ed. G. A. Bergenroth, vol. II, London, 1866, p. 217).

285-286 cum his fontibus ... videamus Zur Meinung des Er. über dynastische Ehen cf. Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 208, l. 285 sqq.

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287 ad exhauriendam ... rempublicam Cf. Adag. 812 (A mortuo tributum exigere), LB II, 338 C und Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 968 E sq. Er. zählte als Nutzniesser der Einkünfte aus der Pfarrei von Aldington zu den Geistlichen, die vom Zehnten betroffen wurden, den Heinrich VIII. auferlegt hatte, um den Krieg zur Unterstützung Julius' II. gegen Ludwig XII. zu finanzieren (Letters and Papers, Foreign and Domestic, of the Reign of Henry VIII, vol. I, ed. J.S. Brewer, London, 1862, doc. 4312; Ep. 283, l. 148; Iulius exclusus 927 sqq.).

292-293 ecclesiam ... ministri Derselbe Gedanke mit ähnlichen Worten Iulius exclusus 976 sqq. Cf. Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 966 C und Adag. 3696 (Non e quercu aut saxo), LB II, 1122 A.

294 Christus ... vocat   Lc. 22, 24 sqq.

298-300 Omne ... fraudarint Möglicherweise eine Anspielung auf den Krieg der Heiligen Liga und auf den umfangreichen Gebrauch geistlicher Waffen, den Julius II. damals gemacht hatte. Am 5. Juli 1510 hatte der Papst den König von Frankreich zum Feinde der Kirche gestempelt (der König „à fato contra la chiesia”), weil dieser die Einkünfte aus kirchlichen Pfründen in Frankreich und im Herzogtum Mailand aufgehoben hatte (M. Sanuto, I diarii, Venezia, 1879-1903, vol. X, col. 746). Als Julius zwei Tage später erfuhr, dass der König sich weigerte, die Zehnten und den von ihm verlangten Kreuzzug zu bezahlen, bezeichnete er ihn als „Ketzer und Feind der Kirche”, als den „grössten Ungläubigen” und drohte, ihn zu exkommunizieren, falls er nicht bezahle (ibid., vol. X, col. 761 sqq.; 768 sq.). In der Tat wurde der König mit all jenen, die in seinen Diensten standen und die ihm Hilfe gewährten, im August 1512 exkommuniziert (ibid., vol. XIV, col. 49; XV, 32 sq.).

301-302 num ... pontifex Ebenso Moria, ASD IV, 3, p. 174, ll. 809-810.

302-304 Vbi ... ecclesiam Diese Formel passt genau auf den Krieg der Heiligen Liga der Jahre 1511-1514. Ludwig XII. hatte nicht nur kirchliche Einkünfte aufgehoben (Sanuto, op. cit., vol. IX, col. 296; X, 653; XI, 297) und über kirchliche Pfründen eigenmächtig verfügt (ibid., vol. X, col. 79), er hatte ausserdem die Stadt Bologna, die zum Kirchenstaat gehörte, besetzt. Aus Protest gegen diese Massnahmen erhob man in den Kreisen der Kurie und am spanischen Hof den Vorwurf, der König von Frankreich „unterdrücke” Kirche und Papst (Letters and Papers cit. supra n.l. 287, vol. I, doc. 1697) oder er „zertrete” sie (Calendar of Letters cit. supra n.l. 285, vol. II, docc. 47; 62). Als Begründung seines Beitritts zur Heiligen Liga im November 1511 führte Heinrich VIII. seine Entschlossenheit an, der durch die Tyrannei des Königs von Frankreich unterdrückten Kirche zu Hilfe zu eilen (Sanuto, op. cit., vol. XIV, col. 244 sq.). Dieselbe Wendung findet sich in der Oratio Angeli Anachorite Vallisumbrose pro Concilio Lateranensi. Contra Conuenticulum Pisanum, s.l.a. [Rom, 1511], wo auf den König von Frankreich angespielt ist mit dem Satze „tyrannos libertatem ciuitatesque ecclesiae opprimentes”, f° a vir. Auch zu Beginn des Krieges von Julius II. gegen Venedig waren ähnliche Vorwürfe erhoben worden: weil die Venezianer kirchliche Gebiete besassen und die kirchlichen Pfründen selbst zu verleihen beanspruchten, hatte Julius in seiner Exkommunikationsbulle, die im Konsistorium vom 27. April 1509 veröffentlicht wurde, von „oppressiones” der Römischen Kirche gesprochen (Sanuto, op. cit., vol. VIII, col. 192).

306-311 Ornatam ... sacerdotes Übereinstimmende Gedanken und Wendungen in Iulius exclusus 639 sqq.; 985 sqq.; 1087 sqq.

310 sumptuosis aedium ... substructionibus Die Bautätigkeit Julius' II. wurde von seinen Hofrednern öfters rühmend hervorgehoben. Cf. T. Phedri Ingheramii Volaterrani Pro Iulio II Pont. Max. funebris oratio, Vat. lat. 7928, f° 48v: „obserua magnificentiam, templa arces edes omnibus in locis per omnem Italiam edificatas.” Für ein ähnliches Lob cf. Oratio prima Synodi Lateranensis habita per Egidium Viterbiensem Augustiniani ordinis Generalem, Romae, 1512, f° B 4v, und J.W. O'Malley S.J., Fulfillment of the Christian Golden Age under Pope Iulius II, Text of a Discourse of Giles of Viterbo, 1507, in: Traditio 25 (1969), p. 323. Auf die Bauleidenschaft Julius' II. wird auch im Iulius exclusus 218 angespielt.

311-314 in ipsis ... diplomatibus ... dignitatem Nicht identifiziert.

316-317 Quid superest ... perdidimus Er. folgt der (schon supra l. 254 zugrundeliegenden) Sittenkritik in der Rede Catos bei Sall. Cat. 52, 11: „Iam pridem equidem nos vera vocabula rerum amisimus.”

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319 auctam ... dicimus Zweimal hatte Julius II. den Kirchenstaat vergrossert: 1506, als er Bologna dem papstlichen Staate einverleibte, und 1509, als er die durch die Venezianer besetzten Städte der Romagna zuruckeroberte. Auch im Iulius exclusus 1185 sqq. wird dem Papst vorgeworfen, seine Gebietserweiterungen mit den Worten „augere Christi ecclesiam” zu rechtfertigen. Als Beispiele offizieller Lobreden auf die Vergrösserung des Kirchenstaates seien genannt: eine Rede des Egidio da Viterbo von 1507, in der der Papst gepriesen wird, „quod ecclesiam non modo murorum proceritate, sed et imperii ... propagatione adauxerie, ... duplex ecclesiae incrementum” und T. Phedri Ingheramii ... funebris oratio f° 50. (cf. supra n.l. 310).

321-322 Blasphemiam ... euangelio Moria, ASD IV, 3, p. 122, ll. 961-967; p. 130, l. 107 sq. hatte Er. selbst wenig ehrerbietig von den heiligen Christophorus, Georg und Barbara (die an dieser Stelle in β erwahnt, dann aber getilgt wird, cf. app. crit.) gesprochen. Daher suchte er in Ep. 337, l. 439 sqq. seine in der Moria geäusserte Kritik am Heiligenkult zu rechtfertigen.

322-323 Paulus ... appellat   Rom. 2, 24.

336-337 nec religioni ... conuenit Auf die Uneinigkeit unter den Mönchsorden kommt Er. Querela, ASD IV, 2, p. 67, l. 178 sqq. wieder zu sprechen.

346 pro ... spiritus   Eph. 6, 17: „Et galeam salutis assumite et gladium spiritus (quod est verbum Dei).” Cf. Iulius exclusus 276 sqq.

351-352 Atque ... citatur Er. bezieht sich auf Lc. 22, 35 sq. und auf die spätmittelalterliche Exegese, die diese Stelle durchaus weltlich ausgelegt hatte. Zielscheibe seiner Polemik ist besonders der Theologe Nicolaus Lyranus, dessen Name in β, B, C, D ausdriicklich erwahnt, aber in den folgenden Ausgaben getilgt wurde (cf. app. crit.). Lc. 22, 35 sq. lautet: „Et dixit eis: Quando misi vos sine sacculo et pera et calceamentis, numquid aliquid defuit vobis? At illi dixerunt: Nihil. Dixit ergo eis: Sed nunc, qui habet sacculum, tollat, similiter et peram; et qui non habet, vendat tunicam suam et emat gladium.” Der Kommentar des Nicolaus Lyranus lautet: „Hic [Christus] consequenter ostendit quid foret apostolis licitum tempore persecutionis. Quia cum primo Christus misit eos ad predicandum, dedit eis formam incedendi vt sine pecunia et prouisione alia necessariorum incederent, vt dictum fuit supra X capite. Et ideo forte crederent quod tempore persecutionis, quae immineret, non liceret eis talia portare, quod remouet dicens 'sed nunc qui habet sacculum' ad portandum pecuniam pro prouisione necessariorum, 'tollat', id est portet, similiter et 'peram', id est repositorium victualium. Et quia non solum erat eis licitum talia portare, sed etiam seipsos a persecutoribus moderate defendere, saltem pro tunc, ideo subditur 'et qui non habet', scilicet gladium, 'vendat tunicam suam et emat', per hoc innuens quod licita esset eis defensio moderata tempore persecutionis” (Biblia cum glossa ordinaria Walafridi Strabonis aliorumque et interlineari Anselmi Laudunensis et cum postillis Nicolai de Lyra ..., Venedig, Paganinus de Paganinis, 18. April 1495, vol. V, f° 1139). Gegen diese Auslegung polemisiert Er. auch Moria, ASD IV, 3, p. 184, l. 10 sqq.; Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 963 D sq. und in den Annot. in NT, LB VI, 317 sqq.

358 templum ... sancti 1. Cor. 6, 19.

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360-361 sicut ante testatus sum Cf. supra l. 300: „non adsum fraudatori.”

365 gladium ... euangelicum   Lc. 22, 36.

366-368 Summa ... misceat Wahrscheinlich eine Anspielung auf den Krieg der Heiligen Liga, der zur Hauptsache von den Streitkräften des Königs von England, unter dem Vorwand der pietas, geführt wurde (cf. supra n.ll. 298-300 und n.ll. 302-304). In der Heiligen Liga, die am 5. Oktober 1511 verkündet wurde, verbündeten sich der König von Spanien, Julius II. und die Republik Venedig, um Bologna und jedes andere der Kirche gehörende Gebiet zurückzuerobern. Der König von England, bis zu jenem Zeitpunkt mit Frankreich verbündet, trat am 13. November 1511 der antifranzösischen Liga bei und rechtfertigte diesen Schritt mit seiner Pflicht, die Kirche zu verteidigen (Letters and Papers cit. supra n.l. 287, vol. I, docc. 1967; 1980). Im Mai 1512 schrieb Heinrich VIII. an Kaiser Maximilian, dass er sich als „christianus princeps” verpflichtet habe, die Kirche Gottes und seinen Stellvertreter auf Erden zu verteidigen, und bezeichnete seine Sache als „pientissima” und „sanctissima” (Sanuto, op. cit., vol. XIV, col. 425 sqq.). Cf. Iulius exclusus 896 sqq.; besonders 909 sqq.; 1188 sq.

367-368 sacra ... misceat Cf. Adag. 282 (Misce bis sacra prophanis), LB II, 142 CD.

371-372 Hor. Serm. II, 7, 21 (tendant).

373 Plat. Rep. V, 473 d sqq.; VI, 502 sqq., besonders 503 b.

373-374 Num ... reuocas Derselbe Gedanke Er. Moria, ASD IV, 3, p. 172, ll. 784-786 und Iulius exclusus 639 sqq.

381-382 deo ... gerit Cf. supra n.ll. 270-275.

384 ἄγεται καὶ φέρεται Cf. Adag. 2632.

391-392 Stoici ... vocant Cf. Cic. Tusc. III, 22 sq.

397 Volo ... triumphare pontificem Anspielung auf den feierlichen Einzug von Julius II. in Bologna am 11. November 1506, dem Er. beiwohnte. Cf. Iulius exclusus 357 sqq. (und nn.); 1046 sqq. Für die Reaktion des Er. auf diese Wiederbelebung heidnischer Triumphzüge durch einen Papst cf. Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 970 D; die Scholia zu den Hieronymusbriefen: Hier., Omnia opera, t. IV, Basileae, 1516, f° 70 B; Annot. in NT, LB VI, 45 5 F. Wegen dieser letzten Stelle glaubte sich Diego Lopez de Zuñiga berechtigt, Er. zu beschuldigen, „insultare triumphis Ecclesiae” (Apolog. c. Lop. Stunic., LB IX, 361 A sq.).

398 sceleratus Marius Marius triumphierte 104 v. Chr. über Jugurtha, König von Numidien, und in den Jahren 101 und 100 v. Chr. über die Ambronen, Kimbern und Teutonen. Das Attribut sceleratus bezieht sich vermutlich auf die blutigen Proskriptionen des Jahres 87 v. Chr.
    impius ... Iulius Julius Caesar feierte 46 v. Chr. einen vierfachen Triumph (über die Gallier, die Ägypter, Pharnakes und Juba). Caesar wird impius genannt im Hinblick auf die Verse aus Eur. Phoen. (524 sq.), die er oft zitiert haben soll: „Nam si violandum est ius, regnandi gratia / Violandum est; aliis rebus pietatem colas” (so die lateinische Fassung bei Suet. Caes. 30, 5, nach der Übersetzung Ciceros, Off. III, 82). Cf. Iulius exclusus 423 n. Der Name Iulius tarnt eine Anspielung auf Julius II.; cf. auch infra n.l. 455.

398-399 vt ... incessantur Zur satirischen Literatur, die sich mit den Unternehmungen Julius' II. beschäftigte, cf. Ferguson, p. 52 sq. Ausserdem waren satirische Sonette | 181 und Epigramme über die Expansionspolitik des Papstes im Herbst 1506 und auch bei seinem Tode im Umlauf (Sanuto, op. cit., vol. VI, col. 463 sq.; XV, 561 sqq.). Am 25. Februar 1512 wurde in den Halles in Paris Le jeu du prince des Sotz et mere Sotte von Pierre Gringore aufgeführt, worin die Politik Julius' II. aufs Korn genommen wurde. In einem Teil des Stückes erschien der Papst selbst auf der Bühne als Vertreter hemmungsloser Machtgier, während die Verkörperung der göttlichen Strafe ihn mit Züchtigung bedrohte (C. Olmont, Pierre Gringore, Paris, 1911, p. 39). Jedoch richtet sich die Satire in keinem dieser Texte ausdrücklich gegen die heidnischen Triumphzüge des Papstes. Man kann sich fragen, ob Er. hier nicht auf die Satire anspielen wollte, mit der er selbst im Iulius exclusus 357 sqq. diese Triumphe bedacht hatte.

399 Democritus Den über die Torheit der Menschen ständig lachenden Philosophen Demokrit kannte Er. aus Iuv. 10, 28 sqq. oder Lucian. Vit. auct. 13. risu ... emoriturum Adag. 3086 (Emori risu), LB II, 988 D.

402-410 In laboribus ... vror   2. Cor. 11, 23 sqq. (Text der Vulgata).

410-418 In omnibus ... possidentes   2. Cor. 6, 4 sqq. (Text der Vulgata).

419 Vides ... apostolicus Derselbe Gedanke findet sich, ebenfalls mit dem Zitat aus 2. Cor. 11, 23 sqq., im Iulius exclusus 1092 sqq.

421 coronam ... confidit   2. Tim. 4, 8.

423-426 Cupio ... benignitate Hier polemisiert Er. gegen die Thesen, mit denen die päpstliche Propaganda die rücksichtslose Finanzpolitik Julius' II. zu rechtfertigen suchte. Solche wurden z.B. vertreten in der oben n.ll. 302-304 angeführten Oratio Angeli Anachorite Vallisumbrose, f° A vir: „Opportunum et profkuum [esse] ecclesie vniuersali auri plurimum esse apud romänum pontificem, vt regum et principum plerumque temeritatibus posset obsistere eosque in virga ferrea regere.” Es sei beklagenswert „non satis auri esse apud lateranensem episcopum vt queat tantis ecclesiae latronibus obuiare: oporteret namque illum semper esse accinctum gladio super femur suum potentissime.”

424 euangelico margarito Mt. 13, 46.

425-426 benignitas ... benignitate Cic. Off. II, 52: „benignitate benignitas tollitur.”

426-427 Eph. 6, 14; 16 sq.: „State ergo succincti lumbos vestros in veritate, et induti loricam iustitiae ... In omnibus sumentes scutum fidei ... Et galeam salutis assumite, et gladium spiritus, quod est verbum Dei.” Cf. supra n.l. 346; Iulius exclusus 278 sq.

428 veros ... hostes Ebenso Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 963 B, und Inst. princ. christ., ASD IV, 1, p. 218, l. 618 sqq.

429 Turcae Der Türkenkrieg wird mit Vorbedacht hier zitiert. Denn die Kurie rechtfertigte die planmässige Anhäufung von Reichtümern und die Expansionspolitik Julius' II. mit der Absicht eines Krieges gegen die Türken (so z.B. Oratio Angeli Anachorite Vallisumbrose cit. supra n.ll. 302-304, f° a vir). Indem Er. die Rechtmässigkeit dieses Krieges bestritt, nahm er jenem Plan die ideelle Rechtfertigung. Cf. Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 966 D; Scholia zu Hier. Omnia Opera, Basileae, 1516, t. I, f° 24 AB; IV, f° 70 A. Für die Exhortatio zum Türkenkrieg siehe auch Oratio prima Synodi Lateranensis habita per Egidium Viterbiensem (supra n.l. 310) und Oratio Reuerendissimi D. Archiepiscopi Spalatensis (Bernardi Zane) habita in Prima Sessione Lateranensis Concilii, Romae, 1512. Der Gedanke des Krieges gegen die Türken liegt übrigens der ganzen Propagandaliteratur zugrunde, die in der Zeit der Heiligen Liga für Julius und seine Verbündeten eintrat.

434 Volo ... tyrannos Julius II. konnte sich rühmen, den Kirchenstaat zum ersten Mal zu einer militärisch ernstzunehmenden Macht erhoben zu haben. Cf. die oben n.l. 310 erwähnten Reden des Egidius Viterbiensis, f° B 4r-v: „Deus ... magnam ... facultatem dedit ... vt ... militiae ecclesiae arma magnis regibus metuenda faceres” und des T. Phedrus Ingheramius f° 50: „vt qui antea contemptui eramus, post illum denique magni formidolosique esse ceperimus.”

183

439-440 Aurum ... ambula   Act. 3, 6.

441 statuas Über die Statuen von Julius II. cf. Iulius exclusus 292; 356 sq.

442 Christi ... loco 2. Cor. 2, 15 sq. (in omni loco von Er. hinzugefügt).

443 Omnia ... confortat   Phil. 4, 13.

444 Gaudium ... domino   Phil. 4, 1.

445-449 Paulus ... diaboli 1. Tim. 3, 2-3, 6-7.

449 Aaron   Ex. 28. Lv 8, 7-8; 16, 4.

451-452 Orig. Hom. in Ex. 13, 2 (Migne PG 12, 388 sq.). Hier. Epist. 53, 8.

455 Iulios, Alexandros Offenkundige Anspielung auf die zwei letzten Päpste, Alexander VI. und Julius II. Die Gegenüberstellung von Julius Caesar und Julius II. wurde von Er. oft in polemischem Sinne angewandt (cf. Epigramma Erasmi in Iulium II, Erasmi Opuscula, p. 36 sq.; Iulius exclusus 89 mit n.; 423; 692; 732; Epp. 205, l. 38; 262, l. 2; Scholia zu Hier. Omnia opera, Basileae, 1516, t. I, Ρ 4 D). Diese Gegenüberstellung war keine Erfindung des Er.: in preisendem Sinne wurde sie häufig von den Zeitgenossen gebraucht (John W. O'Malley, op. cit., pp. 269, n. 13; 326; Ludwig von Pastor, Geschichte der Päpste, vol. III, 4. Aufl., Freiburg i.Br., 1899, p. 931). Der Vergleich mit Caesar findet sich auch in jenen Versen, die Rom schmückten, als der Papst im April 1507 seinen Triumphzug in der Stadt be ging (Sanuto, op. cit., vol. VII, col. 64). In polemischem Sinne dagegen wird die Gegenüberstellung in den anonymen Sonetten gegen Julius II. verwertet (ibid., vol. VI, col. 463).

459 regnum ... mundi   Ioh. 18, 36.

459-460 Christi successor ... ambiat Er. spielt auf die Bestrebungen von Julius II. an, die Gerichtsbarkeit des Kirchenstaates dadurch auszudehnen, dass er Städte und Länder, die de facto längst unabhängig waren (wie z.B. Bologna), annektierte. Auch die Heilige Liga förderte der Papst im Bestreben, Ferrara zu besetzen (Sanuto, op. cit., vol. XI, col. 779, cf. Iulius exclusus 397 sqq.). Es hiess sogar, er wolle das Königreich von Neapel dem Kirchenstaat einverleiben (Sanuto, op. cit., vol. IX, col. 493) und „Herr und Meister der Welt” werden (ibid., vol. X, col. 80).

461 Adag. 330 (Omnem mouere lapidem), LB II, 161 D.

473-474 angelum dei ... episcopus   Ap. Ioh. 2, 1.8.12.18; 3, 1.7.14 (Angelus ecclesiae); cf. 1, 20.

480-481 e coelesti ... ecclesia Über die Lehre der Kirche als des mystischen Leibes Christi cf. Iulius exclusus 1146 sqq.

482 Paulus ... gloriatur   Rom. 1,1.

185

486 Democritus Cf. supra n.l. 399.
     Democritus ... Heraclitus Das gegensätzliche Paar des lachenden Demokrit und des weinenden Heraklit findet sich z.B. bei Lucian. Vit. auct. 13 sq.; dort, c. 8 sq., auch Diogenes. Über diesen ferner Diog. Laert. VI, 50, über Demokrit und Heraklit Iuv. 10, 28 sqq.

487 Crates Krates von Theben, der Kyniker des 4 Jh. v. Chr., soll seine Reichtümer ins Meer geworfen haben (Philostr. Vit. Apollon. I, 13; Diog. Laert. VI, 87; doch kann Er. hier auch Hier. Epist. 58, 2 als Quelle benutzt haben). Cf. auch Enchir., LB V, 26 A.

488-489 quas ... gloriatur   Act. 3, 6.

490 Petri patrimonium Ebenso Iulius exclusus 375 sq.

492 spinas   Mt. 13, 22.

495 iniquo ... seruire mammonae Cf. Lc. 16, 9-13.

507-508 dona linguarum ... consolatio 1. Cor. 12, 8 sqq.: „Alii quidem per spiritum datur sermo sapientiae, alii autem sermo scientiae secundum eundem spiritum. Alteri fides in eodem spiritu, alii gratia sanitatum in vno spiritu, alii operatio virtutum, alii prophetia, alii discretio spirituum, alii genera linguarum, alii interpretatio sermonum.” 1. Cor. 14, 3: „Nam qui prophetat, hominibus loquitur ad aedificationem et exhortationem et consolationem.” Derselbe Gedanke, mit Anspielung auf 1. Cor. 12, 8 sqq., auch Iulius exclusus 1139 sq.

510 cum Christi ... Belial Anspielung auf 2. Cor. 6, 15 : „Quae autem conuentio Christi ad Belial?”

513 Quid machinis ... subruit Im Januar 1511 stiess Julius II. gegen den Willen des Kardinalkollegiums zum Heer des Kirchenstaates, das Mirandola belagerte, trieb dessen militärische Aktionen an und führte die Oberaufsicht über die Bombardierungen, die am 20. Januar zur Einnahme des Städtchens führten. Cf. Sanuto, op. cit., vol. XI, col. 729 sqq.; 738 sqq.; 743 sqq. Der Anblick des Papstes auf dem Felde zwischen den Kanonen schien sogar den venezianischen Gesandten unerhört.

514 claues ... coelorum   Mt. 16, 19.

514-515 autorem ... populum Derselbe Gedanke Adag. 3001 (Dulce bellum inexpertis), LB II, 957 B.

516 Adag. 8 (Prora et puppis), LB II, 28 E sqq.
     in pecunia Der Eifer Julius' II., Reichtümer anzuhäufen, war berühmt (Sanuto, op. cit., vol. X, coll. 80; 564 sq.). Zu den Taten des Papstes, die seine Lobredner priesen, gehörte auch, dass er „thesauros ingentes, argenti auri gemmarum tantam vim, quantam post Ioannem XXII romana ecclesia non habuit,” zusammenbrachte (T. Phedri Ingheramii Volaterrani... funebris oratio, cit. supra n.l. 310, f° 50r). Über seine Habsucht cf. Iulius exclusus 4 sq.; 176 sq.; 185 sq.; 194 sq.; 219 sq.; 348 sq.

518 non ... malo   Mt. 5, 39 „noli resistere malo.” Er. deutete diesen Vers pazifistisch (cf. Adag. 3001, LB II, 960 A; 964 E; Annot. in NT, LB VI, 30 C).

520 propter ... ditionem Julius II. hatte zwei Kriege veranlasst, um der päpstlichen Gerichtsbarkeit Städte zurückzugewinnen: 1509 den Krieg der Liga von Cambrai, um die Gebiete und die Städte der Romagna, die den Venezianern unterstellt waren, wiederzuerlangen, und 1511 den Krieg der Heiligen Liga (cf. supra n.ll. 366-368).
    salinarum vectigal Die Kriege, die Julius gegen die Venezianer und gegen die Franzosen führte, waren zum Teil durch Streitigkeiten um den Salzhandel veranlasst. Die Venezianer hatten Zölle auf das Salz erhoben, das der Papst durch ihre Gebiete transportieren liess, worauf Rom heftig reagierte (Sanuto, op. cit., vol. VI, coll. 369; 531; 533). Später widersetzte sich der Papst der Salzgewinnung im Herzogtum Ferrara. Da Ferrara formell Lehnsgut der Kirche war, verlangte Julius die Stillegung der herzoglichen Salzwerke von Comacchio, die ein päpstliches Monopol verletzten (ibid., vol. X, coll. 171; 283; 653; 690; 695 sq.; 717 sq.). Diese Streitfrage war der Anlass für den Krieg der Heiligen Liga, da der König von Frankreich zugunsten des Herzogs von Ferrara, seines Verbündeten, eingriff, indem er Bologna besetzen liess.

187

528-529 Vt animus ... trahunt Ähnlicher Vorwurf Iulius exclusus 1103 sqq.

529-530 Dum ... militum Während des Krieges der Heiligen Liga musterte Julius persönlich die päpstlichen Heere, die ins Feld zogen: z.B. im Juni 1510 die Truppen, die sich zum Kampfe gegen Ferrara einschifften, und im Januar 1511 das Heer vor Mirandola (Sanuto, op. cit., vol. X, col. 653; XI, 262; 776).

530 dum ... foedera Wahrscheinlich eine Anspielung auf die eifrige diplomatische Tätigkeit, die Julius II. entwickelt hatte, um zuerst die Liga von Cambrai (in der er auf der Seite der Franzosen gegen die Venezianer stand) und dann die Heilige Liga (in der er sich mit den Venezianern gegen die Franzosen verbündete) abzuschliessen. Vielleicht denkt Er. hier besonders an die diplomatischen Wechselfälle des Jahres 1510, als der Papst sich bemühte, die Allianz zwischen Ludwig XII. und Heinrich VIII. aufzulösen und Krieg zwischen den beiden Herrschern zu stiften. Dieses Unternehmen der päpstlichen Diplomatie, das man in Rom als grossen Erfolg betrachtete, schien Er. besonders tadelnswert. Cf. Iulius exclusus 211 sqq.; 967.

532 dum muniuntur arces Julius II. hatte den Grundstein eines Schlosses in Bologna feierlich geweiht (Cherubino Ghirardacci, Della historia di Bologna, ed. A. Sorbelli, Rerum Italicarum Scriptores, vol. XXXIII, I, p. 364) und eine Burg in Civitavecchia errichtet (Pastor, op. cit., vol. III, p. 932).

533-534 dum conuiuiis ... satrapae Unter den Verdiensten von Julius II. werden auch die prunkvollen Festmähler zu Ehren seiner königlichen Gäste aufgeführt (T. Phedri Ingheramii Volaterrani ... funebris oratio, cit. supra n.l. 310, f° 48v).

561-562 quem ... regnum Frobens Scholien in Μ verraten, dass auch hier eine Anspielung auf Julius II. vorliegt und dass hierüber „argutissima epigrammata” in Umlauf waren. Unterstellungen über die Herkunft des Papstes und seine frühere Tätigkeit als Matrose findet man im Epigramma Erasmi in Iulium II, cit. supra n.l. 455, im Iulius exclusus 150 sqq. mit n.; 230 sq.; 294; 311 mit n., und im Adag. 2386 (A remo ad tribunal), l. 982 sqq. Möglicherweise ist die Quelle dieser Gerüchte, die in Italien unabhängig von Er. bezeugt sind (cf. L. de Villeneuve, Recherches sur la familie della Rovere, Rome, 1887, p. 12 sq.), in dem von Baptista Fulgosius verfassten und in lateinischer Übersetzung 1509 in Mailand erschienenen Werk De dictis factisque memorabilibus collectanea zu suchen. In dem Abschnitt De iis qui humili fortuna orti darum sibi nomen vendicarunt, f o m iiiir, wird auch Papst Sixtus IV. erwähnt, „patre ortus qui semper nauticam exercuit”. Da Sixtus IV. della Rovere Onkel und erster Förderer Julius' II. gewesen war, liessen sich ähnliche Verhältnisse auch beim Neffen vermuten.

563 Hercules ... monstris   Adag. 439 (Ne Hercules quidem aduersus duos), LB II, 197 C sqq.

189

569 sacerdotum ... collabantur Ein ähnlicher Vorwurf in den Scholia zu Hier. Epist., t. II, Basileae, 1524, f° 101 B.

575-576 quae ... Iulius Anspielung auf eine berühmte Episode aus dem Leben Caesars, der während des Luperkalienfestes im Jahre 44 v. Chr. das ihm von Antonius angebotene Diadem abgelehnt haben soll (Suet. Caes. 79, 2).

588 iuxta Paulum 1. Cor. 7, 29: „habent tam quam non habentes.”

595 euangelicum ... margaritum Cf. Mt. 13, 45 sq.
     vitreas mundi gemmas Die Leidenschaft Julius' II. für Juwelen und Edelsteine war bekannt. So kaufte er 1510 von den Fuggern den Diamanten der Agostini, der einen Wert von 18000 Dukaten hatte, und trug ihn während der kirchlichen Funktionen (Sanuto, op. cit., vol. X, col. 283). Über seine Tiaren cf. Iulius exclusus 28 sq.

598-599 vnde ... contemptu Der Gedanke scheint einem Brief Colets an Er. entnommen zu sein (Ep. 230, l. 28 sqq.).

624 Episcopus ... instructus est Vielleicht dachte Er. an Christopher Bainbridge (Bischof von York), der nicht nur eine führende Rolle als Diplomat am Hofe Julius' II. gespielt hatte, sondern auch zum Legaten des päpstlichen Heeres ernannt worden war und die Streitkräfte der Heiligen Liga zur Eroberung des Bollwerkes des Genivolo geführt hatte. Für diese Verdienste erhielt er den Kardinalshut. Cf. D.S. Chambers, Cardinal Bainbridge in the Court of Rome 1509 to 1514, Oxford, 1965. Andere Prälaten, die in jenen Jahren in der politisch-diplomatischen und militärischen Tätigkeit Vorzugsstellungen innehatten, waren Matthias Schiner,” Bischof von Sitten, und Matthäus Lang, Bischof von Gurk.

191

637 oppedit Cf. Adag. 676: „Oppedere prouer bialiter pro reclamare et contemnere reperi mus vsurpatum.”

647 πάρεργον Adag. 1147 (Extra cantionem), LB II, 464 A.
     ἀπροσδιόνυσον Adag. 1357 (Nihil ad Bacchum), LB II, 541 D sqq.

     2202

650 Apost. 15, 34.

650-651 Aiunt ... inditum Nach Apost. loc. cit.

654 Ael. Arist. Or. 46, Dind. II, p. 274.

658 Paus. II, 30, 7.

659 Aristoph. Ran. 203 sqq. (ἀθαλάττευτος Kock, ἀθαλάττωτος codd. und Ald. 1498: ἀθαλαττώτατος ist wohl Kopierfehler).

665 Die Übersetzung in B-F (cf. app. crit.) trifft den Sinn besser als die Fassung in G-I, in der das eingeschobene Versfüllsel atque rudis mit seiner Sperrung den Satzablauf zerstört.

     2203 Otto 774. Cf. Petzold, p. 34.

667 Apost. 15, 19.

668-669 Admonet ... assiduitas Ὅτι οἱ ἐπιμόνως πρός τι σπουδάζοντες αὐτὸ κατορθῶσαι δυνήσονται Apost. loc. cit.

671 Plin. Nat. XI, 110.

672 Menandr. fr. 526 Körte bei Stob. III, 29, 19 (ἐνδελεχείαις).

678 Ov. Ars I, 475 sq. Cf. Adag. 2200, l. 259 sqq.

681 Gal. De temperam. III, 4 (I, p. 676 Kühn): Choerilus fr. 10 Kink. (πέτρην). Über die von Er. benutzte Galen-Aldina (1525) cf. Adag. 2676, n.l. 904.

193

686 Homeridae Schol. B Hom. Il. XI, 637. Eust., p. 870, 45 sqq.

689 φιλοπότην Eust. loc. cit., l. 56. Hom. Il. XI, 636 sq.

693 abstulit Er. braucht hier das Wort anstatt „sustulit” dem Metrum zuliebe, aber auch variierend gegenüber dem im vorausgehenden Vers verwendeten sustollere. Für die Wahl des Präverbiums abs- mag das griechische ἀποκινήσασκε massgebend gewesen sein.

     2204

697 Apost. 15, 31. de praeuelocibus Ἐπὶ τῶν ταχέων Apost. loc. cit.

699-700 siue quod ... Πάραλος Das ist die richtige Erklärung nach Apost. (= Suid. Σαλαμινία ναῦς 47 aus Schol. Aristoph. Av. 147); mit Celebratur ... Salaminem (ll. 697-699) versuchte Er. eine eigene, unzutreffende Deutung.

700 Aristoph. Av. 1204 (Ἶρις ταχεῖα. - Πάραλος ἢ Σαλαμινία;).

702 eo ... loco Aristoph. Ran. 204: Adag. 2202, l. 659 sqq.

704 Adag. 176 (Oportet remum ducere qui didicit).

705 Plut. Per. 7 (ἀεὶ ... τὴν Σαλαμινίαν): Critolaus fr. 37 b Wehrli.

709 obambulans in turba Richtiger wäre „prodiens in contionem”.

710 Schol. Aristoph. Av. 147; 1204.

712 Theoris Suid. Θεωρίς 221. Die zitierten Aristophanesscholien nennen nur zwei Schiffe und sprechen diese Rolle der Πάραλος zu; diese Auffassung wird von Er. auf Grund der Suidasnotiz korrigiert.

713 Delphos Verwechslung mit Delos, das bei Suid. loc. cit. genannt ist.

     2205

715 Apost. 15, 16.

715-716 Hic ... malitiae Nach Apost. loc. cit.

717 Aristoph. Equ. 901 (ἦν γε: ἦν καὶ Ald. 1498).

     2206

721 Apost. 1,53 = Zenob. Ald. col. 9: Ἄζηλος πλοῦτος ὅτι τυφλός· ἐπὶ τῶν κεκτημένων τι καλὸν ἄδηλον (Umdeutung von Plut. Mor. 226 ef).
     cum quis ... ignoraret Er. missversteht das ἄδηλον der Paroemiogr.

724 Verg. Georg. II, 458 sq. (sua si bona).

727 Adag. 684.

730-742 Plutarchus ... immobilem Plut. Lyc. 10 (738 τὸν πλοῦτον ἄζηλον: τὸν πλοῦτον ἄσυλον, μᾶλλον δὲ ἄζηλον Juntina 1517 nach cod. Laur.): Thphr. fr. 78 Wimmer. Cf. Er. Apophth. I, Lycurgus 62, LB IV, 125 D.| 195

741 seruari Gibt die Lesart σῴζεσθαι der Juntina wieder; die modernen Ausgaben lesen βλέπεσθαι.

743-744 Caecum ... caret Cf. besonders Verg. Aen. II, 19 und IV, 2 mit Servius ad loc.

747 Aristoph. Eccl. 602.

748 nummos in arca reconditos Cf. Hor. Serm. I, 1, 67: „... nummos contemplor in arca.”

750 Hor. Carm. II, 2, 1.

753 Pind. Nem. 1,31.

     2207

758 Zenob. 3, 100 = Zenob. Ald. col. 74 (παρὰ τῇ αὐλῇ: παρὰ τῆς αὐλῆς Ald.).

758-763 qui iudicum ... appellant Nach Zenob. loc. cit.

761-762 promulgata damnatione Versucht φημωθέντες (so Ald. für φιμωθέντες „ore obturato”) zu interpretieren. Cf. Stephanus ad loc. (LB II, 784 E, n. 1) und Schott zu App. Vat. 1, 75, p. 272 sqq.

764 Suid. εἴποις τὰ τρία παρὰ τῇ αὐλῇ 175; cf. τὰ τρία τὰ εἰς τὸν θάνατον 154 und αὐλή 4437.

767 Zenob. loc. cit.

     2208

769 Apost. 18, 18.

769-770 De momentaria ... voluptate Nach Apost. loc. cit.

770-772 Ostendimus ... meminimus   Adag. 851 (Pyraustae interitus).

     2209

774 Apost. 15,2 (πτερυγίζεις: πτερυγίζειν cod. A = Paris. 3058); nach Suid. πτερυγίζειν 3017, wo auf Aristoph. Plut. 575 hingewiesen wird.

774-775 dicitur ... mouentibus Nach Apost. Richtig wäre „qui frustra conatur” (Stephanus, LB II, 784 EF, n. 2).

775-776 Lucianus ... De mercede seruientibus Das Wort findet sich nicht bei Lucian. Die Angabe im Thes. Graec. ling. s.v. πτερυγίζειν „Vsus est hoc vocabulo Lucian. De merc. cond., vbi Erasmus interpretatur indecore et seruiliter gesticulari” beruht auf unserer Stelle. Möglicherweise liegt bei Er. eine Verwechslung mit τερετίζοντος De merc. cond. 33 vor, das er aber mit „garriente” übersetzte (ASD I, 1, p. 564, l. 34).

776-777 Aristoph. Plut. 574 sq. (καὶ σύ γ᾿ ἐλέγξαι); das Zitat geht über das bei Suid. loc. cit. gebotene hinaus.

782 Diphilus fr. 61, 6 Kock bei Athen. VI, 236 c.

197

     2210 Otto 1421. Cf. Adag. 3100 (Odi puerulos praecoci sapientia).

787 Apost. 14, 94.

788 Pers. 4, 4 sq. (tacendaue: tacendaque edd. vett.).

793 Apul. Apol. 85 : Scen. Rom. inc. fr. 78 Ribbeck II3, 151. Cf. Adag. 3100.

797 Quint. Inst. I, 3, 3.

798 Pind. Pyth. 5, 110.

     2211

803 Apost. 14, 52 (Κόνωνι: Κώνωνι setzt Er. zur Herstellung des Rhythmus; das Richtige steht bei Diogen. 7, 75: πόλεμος δὲ Κόνωνι).

806-808 Conon ... restituit Die summarischen Angaben über Konon beruhen wohl auf Nep. Conon; Er. kannte die Vitae des Cornelius Nepos unter dem Autornamen Aemilius Probus (cf. Adag. 2167, n.ll. 893-894). Er. hält zwar die Hauptpunkte richtig fest, ist aber in Einzelheiten ungenau: Der Sieg über die Spartaner erfolgte nicht auf dem Land, sondern zur See (bei Knidos, 394 v. Chr.), und nicht über Lysander, sondern über Pisander (Nep. Conon 1, 2; 4, 4).

809-810 conueniet ... attineat Nach Apost. loc. cit.

810 Hom. Il. VI, 492.

813 Verg. Aen. VII, 444: „Bella viri pacemque gerent [v.l. gerant], quis bella gerenda.” Er. zitiert aus dem Gedächtnis. Der Zusammenhang mit dem Homervers wurde nach G. Ν. Knauer, Die Aeneis und Homer, Göttingen, 1964, p. 451 erst in der Vergilausgabe von Germanus (Antwerpen, 1575) vermerkt. Er. hatte also keine antiken Vorgänger.

     2212 Otto 439.

816 Apost. 14, 85 = Diogen. 7, 89.

816-818 De his ... ignaui Ἐπὶ τῶν ἀνδρίας ὑπόληψιν ἐχόντων Apost. Er. führt den Gedanken weiter aus.

818 comicus Auch hier täuscht sich Er. in seiner Erinnerung. Das Zitat stammt nicht aus der Komödie, sondern aus Hier. Adv. Ruf. I, 31, Migne PL 23, 423 D.

819 Hor. Epod. 6, 12.

821 Apud eundem Hor. Serm. I, 5, 58 sqq.: „O tua cornu / Ni foret exsecto frons, inquit, quid faceres, cum / Sic mutilus miniteris?”.

823-824 cornutum ... syllogismum Cf. Er. Antibarb., ASD I, 1, p. 79, l. 14. Nach Adag. 2521, l. 212 wird dieser Ausdruck „pro ratione ridicula friuolaque” gebraucht. Moria, ASD IV, 3, p. 92, l. 384, verwendet Er. den zugrundeliegenden griechischen Namen κεράτινης (ceratinis). Das Muster, von dem dieser stammt, findet sich bei Sen. Epist. 49, 8 (fast wörtlich gleich Gell. XVIII, 2, 9): „Quod non perdidisti, habes. Cornua autem non perdidisti: cornua ergo habes.”

     2213

826 Apost. 14, 75. Cf. Suid. πρὶν ἢ πτίσαι 2289 (= Zenob. Ald. col. 145). Auch bei Eust., p. 1792, 42 zu Od. XVI, 11 neben Adag. 2214.

826-827 Dicendum ... videtur Cf. Apost. ἐπὶ τῶν πρωθύστερόν τι ποιούντων.

199

827-828 apud quem ... occiditur Nicht wörtlich zu verstehen; Er. bezeichnet mit dem erfundenen Beispiel die bei Homer häufige Figur des Hysteronproteron.

828 grammatici Z.B. Eust., p. 529, 1 zu Il. V, 118; p. 1664, 50 zu Od. X, 469.

829 alibi   Adag. 370.

830 Cic. Lael. 85.

     2214

833 Der Titel entspricht in dieser Form (Neufassung von 1515) nicht dem Inhalt des Adagiums. Die ursprüngliche Form (1508) lautete richtig Priusquam assaris, farinam. Offenbar hat Er. bei der Neubearbeitung für die Ausgabe von 1515 farinam irrtümlich als Objekt von assaris aufgefasst. Grund zur Änderung war ihm die ungewöhnliche Form assaris (für „assaueris”), die er auch im Text in coxeris änderte. Das im klassischen Latein nicht belegte „assare” („kochen, braten”) kannte er aus der Vulgata und aus Apuleius.

834 Eust., p. 1792, 42 zu Od. XVI, 11 (Πρὶν ὀπτῆσαι, τὰ ἄλευρα, ἤγουν τὰ ἄλφιτα τοῖς ὀπτωμένοις ἐπιπασσόμενα, cf. z.B. Od. XIV, 77). Er. ersetzt damit das entstellte πρὶν ἢ πτίσαι τὰ ἄλευρα, das er bei Apost. 14, 75 (cf. Adag. 2213, n.l. 826) vorfand. Auf den dokumentarischen Wert der Eustathiusparoemien weist O. Crusius, Analecta critica, p. 76, n. 1, und Verhandl. 37. Vers, dt. Philologen und Schulmänner, Leipzig, 1885, p. 228 hin. Die Sprichwörter sind zusammengestellt von Ed. Kurtz, in: Philologus, Suppl. VI (= Suppl. Paroem. IV), pp. 307-324.

836-837 Solitum ... farinam Nach Eust. loc. cit.

     2215

839 Apost. 14, 35.

840 Plut. Pomp. 14; Mor. 203 e; 804 f.

841 Cinnae Vielmehr Äusserung gegenüber Sulla; richtig von Er. angeführt Apophth. IV, Pompeius 5, LB IV, 216 F.

845 Timotheus fr. 7 D. bei Athen. III, 122 d (ἀμὰ Wilam.: ἅμα codd.).

847-850 Mos erat ... nominibus Cf. den Sonnenhymnus Mart. Cap. II, 190 sqq.

851 Plat. Symp. 220 d.

851-852 Ferunt ... in exortu Plut. Mor. 972 b (Iuba FGrHist 275 F 53); Ael. Nat. an. VII, 44.

852-859 Zusatz H aus Stob. IV, 50, 54 und 57, p. 1041 sq. Hense. Das bittere Urteil über den „Lebensabend” schrieb der alte Er. 1533.

854 Alexis fr. 228 Kock.

857 Eur. fr. 509 N. Er. entnimmt die beiden Fragmente der 1532 bei Froben veröffentlichten Gnomensammlung (vide supra Adag. 2013, n.l. 659), pp. 136-137.

     2216

861-862 Apost. 18, 38 = Greg. Naz. Migne PG 37, 927, v. 143 sq. (862 κἂν πέφυκεν Greg.: καὶ πέφυκε Apost.; λέγειν Greg. Apost.: λέγων Er., wohl absichtliche Änderung).

865 Vulgaris iocus Seb. Franck, Sprichwörter, Frankfurt/Main, 1541, p. 12r: „Die klingende meynunge und kunst, die Besten.” Cf. Suringar 22, p. 35.

201

     2217

869 Apost. 14, 16 (aus Suid. Πελλήνη 943).
    De prisco cultu Nach Apost. (= Suid.) loc. cit.

870 Achaiae Nach Steph. Byz. Πελλήνη.
     Protei patria Verg. Georg. IV, 387-391; Vergil nennt jedoch Pallene, die westliche Halbinsel der Chalkidike. Auch die alten Vergilausgaben haben richtig „Pallenen”. Er. scheint die beiden ähnlichen Ortsnamen verwechselt zu haben.

871 Suid. loc. cit.
     Poll. VII, 67; „laena” (aus χλαῖνα) „Kleid”.

872 in Iunoniis ludis Nach Suid. loc. cit.

874 Strab. VIII, p. 386.
     alibi   Adag. 2422.

878 Iuv. 9, 28 sqq.

     2218

880 Apost. 1, 42.

880-882 Tradunt... posse Nach Apost. loc. cit. verkürzt.

884 Eur. Iph. A. 521. Er. variiert seine eigene 1506 publizierte Übersetzung „At nil habet, nec inutile vt nec vtile” (ASD I, 1, p. 298, l. 667).

     2219 Cf. Otto 1940.

889 Apost. 12, 66. Byzantinische Parallelen gibt Petzold, p. .27 sq.

     2220

893 Apost. 4, 22.

895 veluti adulter adulterum Nach Apost. loc. cit.; das übrige ist von Er. zugesetzt.

     2221

899 Apost. 4, 31. Diogen. 3, 38; ferner Mantiss. prov. 1, 31 = Suid. αὐτὸν κέκρουκας 4511. Der Vers ist in diesen Sammlungen kontaminiert aus dem bei Suid. βατήρ 181 angeführten, von Eust., p. 1404, 58 zu Od. 1, 155 als παροιμία zitierten Αὐτόν κέκρουκας τὸν βατῆρα τοῦ λόγου (= Pausanias β 4 Erbse, Attiz. Lexika, p. 168) und der Parodie Ameipsias fr. 26 Kock Ἐπ᾿ αὐτὸν ἥκεις τὸν βατῆρα τῆς θύρας.

901 quoties ... peruenitur Die Erklärung entspricht der von Diogen. loc. cit. gegebenen: Οἷον ἐπ᾿ αὐτὰ ἀφῖξαι τὰ πράγματα.
     Aristoph. Ran. 436.

     2222

905 Apost. 2, 13.

905-906 Vbi quis ... certamen Nach Apost.

     2223

910 Apost. 4, 29 = Suid. αὐτὴ νῦν 4478 (ἡ σοφία: Er. lässt den Artikel im Griechischen öfters weg, auch in seinen griechischen Briefen, da er ihm vom Lateinischen her nicht geläufig war).

910-911 Applaudentis ... factumue Apost. sagt nur ἐπὶ τινος εὐδαιμονοῦντος, Arsenius cod. Α (Parisinus 3058) fügt hinzu και εὐδοκιμοῦντος. Er. gibt eine eigene Erläuterung.

203

     2224

914 Suid. αὐτὴ νῦν 4478; Apost. 4, 29 in cod. D (Parisinus 3059) von zweiter Hand nachgetragen (Leutsch im Apparat).

     2225

919 Apost. 4, 34 (aus Maximus Tyrius 15, 4, p. 187 Hobein).

920 Ἐτώσιον ... ἀρούρης Adag. 631 nach Hom. Il. XVIII, 104; cf. Od. XX, 379 und Plat. Tht. 176 d.

922 alibi   Adag. 2169.

     2226

924 Apost. 2, 14.

925-926 Vbi ... edulcatur Apost. sagt nur: Ἐπὶ τῶν ἀπό τινος φαύλου εἰς καλόν τι μετακλινάντων. Er. präzisiert das.

929 Plat. Phaedr. 243 d. Durch die 1520 hinzugefügte Belegstelle wird für Er. der Name des Apostolius überflüssig, den er ursprünglich hier (cf. app. crit.) genannt hatte, da er der Echtheit des Adagiums misstraute. Für die Art, wie Er. Apostolius zitiert, cf. e.g. Adag. 2231, n.ll. 993-994.

930 Athen. III, 121 e f (δηκόκταν: δικόκταν Aldina 1514, auch 122 e). Die itazistische Schreibung δικόκταν verleitete Er. zu der falschen Interpretation in DE (cf. app. crit.); 1526 erschloss er, ohne die richtige Lesart zu kennen (die Basler Athenaeusaus gabe von 1535 hat immer noch δικόκταν), decoctam richtig aus der Fortsetzung des Athenaeustextes (ll. 934-936). Wort und Sache, ein von Nero erfundenes eisgekühltes Getränk, kannte er aus Plin. Nat. XXXI, 40, Suet. Ner. 48 oder Iuv. 5, 50.

937 poposcit frigidam So z.B. Plin. Epist. VI, 16, 18 in den humanistischen Ausgaben seit Pomponius Laetus (1490). Cf. Petron. 65, 7: „Caldam poposcit”.

     2227

940 Apost. 3, 79 = Diogen. 3, 42.
    de grandibus et ignauis Apost. und Diogen. loc. cit. haben nur ἐπὶ τῶν δειλῶν.

941 Iuv. 7, 159 sq.

943 Athen. XIV, 626 b-e (aus Polyb. IV, 20, 5-21. 7).

943-944 Qui primi ... noluerunt Athen. XIV, 626 b besagt das Gegenteil: Οὐδὲ (sc. εἰκῇ νομιστέον) τοὺς πρώτους Ἀρκάδων εἰς τὴν ὅλην πολιτείαν τὴν μουσικὴν παραλαβεῖν.

945-946 coeli vicio ... efferati sunt Athen. XIV, 626 de.

946 Lucian. Astr. 26.

949 προσεληναῖοι Cf. Adag. 2351 (Becceselenus).

{950-951 Cf. Collect. 486. Diogen. 1, 62. Adag. 302. Plin. Nat. 16, 15.}

951 Epigramma Orakel bei Hdt. I, 66 (βαλανηφάγοι).

954 Aristoph. Av. 468 sq.

205

     2228

959 Apost. 4, 41 (πήγημα übernimmt Leutsch unkorrigiert aus Apost. Autograph cod. Par. 3059: πήδημα richtig cod. Par. 3072, ebenso 3058 des Arsenius).

959-960 de his ... insolentius Nach Apost.

961 Aesop. 33 III Hausr. (ἰδοὺ καὶ πήδημα, so auch Apost. 8, 100; ἰδοὺ καὶ τὸ πήδημα Aesop-Ald. 1505: Er. gleicht nach αὐτοῦ πήδημα aus). In der Form Ἰδοὺ Ῥόδος, ἰδοὺ καὶ τὸ πήδημα, wie in der Aesop-Aldina von 1505, steht das Wort auf dem Titelblatt der Adagia-Aldina von 1508 (A).

965 Ov. Met. XIII, 14 sq.

966 Theocr. 5, 60 (αὐτόθε: αὐτόθι v.l., so Ald. 1495, aber nur an der zweiten Stelle, Er. gleicht aus; βουκολιάσδευ: βωκολιάσδευ v.l. Ald.).

968 pascito tauros Missverständnis; gemeint ist 'Sing ein Hirtenlied'.

971 Αὐτοῦ καταβαλοῦ Cf. Adag. 2417 (Αὐτόθεν κατάβαλλε).

972 Athen. VI, 225 b: Diphilus fr. 66, 11 Kock (Ἔπειτ᾿ ἐὰν).

975 αὐτῷ ist richtig überliefert.

     2229

977 Apost. 3, 78 (cf. Suid. Ἀρχιδάμιος πόλεμος 4108).

977-979 De bello ... Atticam Nach Apost.

979 decem annis Nachtrag C aus Harpocrat.; cf. n.l. 983. Der sog. Archidamische Krieg, d.h. die erste Periode des Peloponnesischen Krieges, dauerte von 431-421. Archidamos selbst starb jedoch im Jahre 427.

981 Synes. Calv. ( = Opuscula, ed. Terzaghi V) 1. Die Schrift wird in den Adag. auch sonst gelegentlich genannt (Proleg., LB II 6 C; Adag. 2439; 2467). In der Vorrede zur Moria an Thomas Morus (Ep. 222, l. 35, ASD IV, 3, p. 68, l. 30) erwähnt sie Er. unter seinen antiken Vorbildern. Er kannte sie jedoch nur in der lateinischen Übersetzung des Engländers Ioannes Phrea, die 1515 von Froben zusammen mit der Moria und Senecas Apocolocyntosis herausgegeben und in den folgenden Jahren wiederholt (zuletzt 1532) nachgedruckt wurde.

983 Demosthenicarum ... interpres Harpocrat. p. 37, 1 Bekker: Lysias fr. IX Thalh.

984 Paus. III, 10, 3 sq. Es handelt sich hier jedoch um den gleichnamigen Enkel des vorher genannten Archidamos, dem Pausanias zwar vorwirft, den Phokern bei der Verwüstung von Delphi (356) Hilfe geleistet zu haben, den er anderseits aber lobt, dass er die Phoker verhinderte, Frauen und Kinder zu versklaven und die Stadt dem Erdboden gleichzumachen.

     2230 Nach einer längeren A-Reihe aus Apostolius (Adag. 2220-2229) beginnt hier der Buchstabe Ν (2230-2233), es folgen zwei Beispiele mit Ξ (2234; 2235); dann eine längere Reihe mit Ο (2231-2251, ohne 2248), alle in der gleichen Reihenfolge wie bei Apostolius.

986 Apost. 12, 3. In der Erklärung übergeht Er. die offensichtlich falsche Angabe des Apost. loc. cit. ἐπὶ τῶν ἀδυνάτων. Eine bessere Deutung bietet Apost. 4, 68 a: ἀχάριστον εὐεργετεῖν καὶ νεκρὸν μυρίζειν ἑνὶ σύγκειται.

988-990 Qui mos ... durat Fürstenkritik, wie oft in Zusätzen von 1515.

     2231

992 Apost. 12, 4.

992-993 Dici solitum ... opulentiam Nach Apost. loc. cit.

993-994 Apud vnum ... relinquendum Er. bemerkte richtig, dass die Sammlung des Apostolius manche byzantinische Sprichwörter enthält. Einzelne davon bezeichnete Apostolius selbst mit dem Zusatz δημώδης als unliterarisch; cf. e.g. Apost. 6, 54 und 98; 12, 33 und 35; 16, 85 und 91. Er. betrachtete solche Sprichwörter als eigentlich nicht in seine eigene Sammlung gehörend, da diese nur antike Proverbia enthalten sollte; cf. Adag. 2289, l. 633 sq.: „Videtur e vulgo sumptum ab Apostolio, cuiusmodi multa scientes praetermisimus.” Einige | 207 davon nahm er jedoch mit Vorbehalt gleichwohl auf; cf. Adag. 2237, l. 46; 2242, l. 115 sqq.; 2246, l. 139; 2261, l. 344 sq.; 2302, l. 34 sq.; 2352, l. 611; 2388, l. 1. Die byzantinischen Sprichwörter bei Apostolius hat Maria Petzold, p. 9 sqq. mit durchgehenden Hinweisen auf Er.' Adagia zusammengestellt.

     2232

996 Apost. 12, 8.

998-1000 Conueniet ... parantur Nach Apost. loc. cit., samt dem fehlerhaften κωπέαι anstatt κωττεῖς.

     2233

2 Apost. 12, II. De maximis ... dicebatur Nach Apost. loc. cit.

3-5 Zusatz G (1528) nach Ov. Met. VI, 148 sqq. Der Zusatz zerreisst den Zusammenhang von dicebatur (l. 2) und Hanc enim (l. 5). Ferner hätte Er. in l. 6 die Worte quos permultos habebat nach den genaueren Zahlangaben im Zusatz als unnötige Wiederholung tilgen sollen.

8 Homeri scholiastes Die D-Scholien zu Il. XXIV, 602, aus der Aldina der Homer-Scholien von 1521, f o 318; cf. Adag. 2148, n.l. 667.

9 Ov. Met. VI, 310 sqq.

14 πανοικὶ ἀναιρεῖσθαι Cf. Plat. Eryx. 392 c: Ἔως τις αὐτοὺς ἐπιθέμενος πανοικὶ ἐξέλῃ.

     2234 Otto 204.

17 Apost. 12, 23; cf. Schol. Soph. Ai. 786: Καὶ ἔστι παροιμία ἐπὶ τῶν ἐπικινδύνων πραγμάτων, Ξυρεῖ ἐν χρῷ κτλ.
     Grammatici Eust., p. 796, 55 zu Il. Χ, 173; cf. id., p. 1257, 13 zu Il. ΧΧII, 65. Suid. ξυρεῖ 156.
     Soph. Ai. 786. Die nachfolgende, 1508 geschriebene Erklärung passt zu dem anschliessenden Plautuszitat, nicht aber zu der 1526 aus zweiter Hand übernommenen Sophoklesstelle. Cf. Otto loc. cit.

20 Plaut. Capt. 268 (attonsurum dicam).

25 Adag. 1313.

     2235

27-30 Apost. 12, 27 (ξύμβολος). Apostolius hat aus der Erklärung des Wortes ξύμβολος „Vorzeichen” bei Suid. ξυμβόλους 105 und Suid. ξύμβολον ὄρνιν φασίν 104 (woraus bei Apostolius der sinnlose Satz ξύμβολον ὄρτωσίν φασιν wird) zwei angebliche παροιμίαι hergestellt: ξύμβολος ἀγαθός und ξύμβολος φαῦλος. Er. fasst irrtümlich das ganze Lemma als ein Sprichwort auf. Er folgt bis appellabant (l. 30) Apostolius, ohne ihn mit Hilfe von Suidas zu korrigieren. Doch lässt er den erwähnten sinnlosen Satz aus und setzt incertus (l. 28) zu, um dem vermeintlichen Sprichwort einen Sinn zu geben.

31-32 testibus Homero et Platone Bei Homer vielleicht Od. VIII, 570 sq. An welche Platonstelle Er. hier denkt, ist uns nicht klar geworden.

32 Hor. Serm. II, 5, 59.

     2236 Petzold, p. 45.

34 Apost. 12, 33.

36 in Graecorum collectaneis Apost. 6, 40, cf. 12, 33 a.

209

     2237

39 Apost. 12, 36 (ὁ ἔχων πολὺ).

41-42 cui multum ... viuere Er. erweitert die Erläuterung des Apost.: Ἐπὶ τῶν εὐπόρως καὶ ἀφθόνως βιούντων.

43 Martial. XIII, 13 sq.

46 Nonnihil ... hausisse Den vulgären Ursprung bestätigt Petzold, p. 26 sq. Im Ausdruck und in der Zitierpraxis folgt Er. Politian. Miscell., Praefatio (Opera omnia, Basel, 1553, p. 216): „Ne putent homines ... nos ista, quaequae sunt, de fece hausisse ..., Pliniano statim exemplo nomina praetexuimus auctorum, sed honestorum veterumque duntaxat, vnde ius ista sumunt.” „De faece haurire” nach Cic. Brut. 244.

47 Hermolaus Barbarus, Epist. 81, 43 Branca (Nuova Collezione di testi umanistici inediti o rari, V, Firenze, 1943), p. 109. Den Brief kannte Er. aus der Gesamtausgabe der Werke Polizianos (Ald. 1498), wo er in Buch IX, 5 abgedruckt ist. Die Versandliste seiner Bücher führt an „Omnia opera Angeli Politiani” (Nr. 285 Husner).

48 alibi   Adag. 1283.

     2238

50 Apost. 12, 39.

53 Quidam ... testudinem Nach Zenob. Ald. col. 127 = Plut. Prov. Alex. 11 Crusius, p. 9 (darüber s. zu Adag. 2683); cf. App. prov. 4, 15.

54 apologus Aesop. 108 Hausr.

59 Cic. Div. II, 133 = Carm. fr. 38 Morel (terrigenam herbigradam: tardigradam wird in der Basler Ciceroausgabe von 1528 am Rand als Textvariante angeführt, wohl auf Grund unserer Stelle; in der genannten Ausgabe sind die Konjekturen von Er. zu Cicero in der Einleitung zum 1. Band zusammengestellt). Die Lesart tardigradam stammt aus dem bei Cicero folgenden Pacuviusfrg. (trag. 2 Ribbeck) „quadrupes tardigrada”, von der Schildkröte, während der von Er. zitierte Vers die Schnecke bezeichnet. Dieselbe Verwechslung von Schnecke und Schildkröte Adag. 2603, l. 860. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Er. den Cicerovers in der entstellten Form (terrigenam tardigradam anstatt „terrigenam herbigradam”) in dem Manuskript vorfand, das er nachweislich besass: Versandliste Nr. 253 Husner „Ciceronis de natura deorum lib. 3. Eiusdem de diuinatione lib. 2 manuscrip.”.

63 Gaius Dig. II, 4, 18.

66 Paulus „libro primo ad edictum” Dig. L, 17 (De diuersis regulis iuris antiqui), 103.
     Cic. Att. XV, 16 b (an Atticus, nicht an Dolabella).

69 alibi   Adag. 2013 (Domi manere oportet belle fortunatum).

73 Plut. Mor. 776 e; cf. Per. 34, 5: δίαιταν οἰκουρὸν καὶ ἀργήν).

75 Et in libello Plut. Mor. 465 cd.

76 Idem Plut. Mor. 142 d.

78 Idem Plut. Mor. 142 c.

83 Plut. Tit. 17 (κινδυνεύσειν: κινδυνεύειν v.l.). In der Übersetzung verdeutlicht Er. den bei Plut. etwas unklaren Sinn nach der folgenden Liviusstelle. Cf. Er. Apophth. V, T. Quintius 3, LB IV, 258 D.

211

87 Liv. XXXVI, 32. Im Text folgt Er. der Mainzerausgabe von 1518, zu der er selbst eine Vorrede (Ep. 919) geliefert hatte, ändert aber l. 90 „nudabit” in nudauit und l. 92 „simul” in si semel (die Aldina 1520 entspricht der Mainzerausgabe, hat aber wie die modernen Ausgaben „sinerent” für sineret). Den Text l. 91 sq. lesen wir bei Weissenborn-Müller folgendermassen: „... vos, Achaei, clausos vndique mari, quae intra Peloponnesi sunt terminos, ea et iungere vobis et iuncta tueri facile, simul auiditate” etc.

     2239

96 Apost. 12, 79.

96-97 Ne multum ... sordidam Er. präzisiert Apost.: Ἐπὶ τῶν ἀνάρμοστα ποιούντων.

97 illi   Adag. 366.

     2240

100 Apost. 12, 91 = Diogen. 6, 100.
     Conuenit in edaces Nach Apost. = Diogen. loc. cit.; das weitere ist Zusatz von Er.

101 Hor. Epist. I, 2, 27.

103 Eupolis fr. 434 Kock bei Hesych. ὄνου 925.

103-104 loci nomen Cf. Paus. III, 22, 10: Vorgebirge im lakonischen Meerbusen südlich von Asopos, westlich von Kap Malea.

105 Iud. 15, 15-17. Er.' Vermutung ist unzutreffend.

     2241 Otto 1263. Petzold, p. 29.

107 Apost. 12, 94.

107-108 De versutis ... fallere Ἐπὶ τῶν πανούργων bei Apost. wird von Er. weiter ausgeführt.

109 Pers. 1, 58 (quem nulla). Unter ciconia ist eine verspottende Gebärde zu verstehen („manu significare ciconiam” Schol. zur Stelle).

111 Hom. Il. I, 343; XVIII, 250.

112 Plaut. Aul. 64.

     2242 Petzold, p. 29 sq.

114 Apost. 12, 97.

115 Citra laborem ... absolut um Nach Apost. loc. cit.

115-116 Et hoc ... palato Cf. Adag. 2266: „Nonnihil vereor, ne et hoc Apostolius hauserit ... e suis combibonibus”, ferner Adag. 2231, n.ll. 993-994; 2237, l. 46.

117 accepimus ab bis ... nouerant Unter den griechischen Gelehrten der Aldinischen Neakademia lernte Er. 1508 auch Arsenios, den Sohn des Apostolios, kennen. D.J. Geanakoplos, Greek Scholars in Venice, Cambridge, Mass., 1962, p. 182; id., Er. and the Aldine Academy of Venice, in: Greek, Roman and Byzantine Studies, III, 1960, p. 118; p. 123 n. 70; p. 126 sq. Cf. Adag. 2085, n.ll. 667-668.

     2243 Collect. 495 a: „Pueros astragalis, viros iure iurando fallendos esse. Lysandri Spartani est apophthegma” (ohne griechischen Text).

119 Apost. 12, 98 (ἐξαπατῶσιν: Er. setzt dafür ἐξαπατέον [anstatt ἐξαπατητέον] ein, in fehlerhafter Rückübersetzung von „fallendos esse” der Collect., das letztlich auf Plut. Mor. 229 b δεῖ ἐξαπατᾶν zurückgeht).

121 Lysandri Der Name schon in den Collect., wohl aus einem lateinischen Plutarchtext (cf. Adag. 2087, n.ll. 716-725). In den Chiliades zunächst Laconis cuiusdam (cf. app. crit.), da Apostolius keinen Kommentar gibt. Der Name Lysander erscheint erst wieder 1526 mit dem Plutarchzitat, dann 1531 auch in den Apophth. I, Lysander 92, LB IV, 129 E.

122 Plut. Mor. 229 b.

213

     2244 Nachträge zu Otto, p. 149.

124 Apost. 12, 100.
     Rem ... sequeris Apost. loc. cit. mit anderer Nuancierung: Ἐπὶ τῶν μάτην κοπιώντων.

125 Pers. 3, 61.

127 Aristot. Metaph. III, 1009 b 38 (πετόμενα: πετώμενα cod. E und Ald. 1497).

128 Plat. Euthyphr. 4 a (πετόμενον: Er. gleicht nach dem vorausgehenden πετώμενα aus).

     2245

131 Apost. 13, 2: Ὄρος ὄορει οὐ μίγνυται, ἄνθρωπος δ᾿ ἀνθρώπῳ· ἐπὶ τῶν ἀσυμπαθῶς πρός τινας διακειμένων. Er. deutet das um zur Kritik am Streit unter den Mächtigen.

132 Plin. Nat. IV, 92 von den Symplegaden.

     2246 Petzold, p. 30.

136 Apost. 13, 10, mit anderem Kommentar.

138-139 Nam canis ... repetit (app. crit.) 1508 hatte Er. unter λίνος das Hom. Il. XVIII, 570 erwähnte Winzerlied verstanden.

     2247

141 Apost. 13, 13.

141-142 Ad Graecas Calendas   Adag. 484.

142-143 Tradunt ... aedant Nach Apost. loc. cit.

143 cicadae mutae Plin. Nat. XI, 92.

145 Plin. Nat. XXIX, 80 (ramentis: sarmentis v.l., z.B. ed. Ven. 1507).

146 Hesych. νιβάδες 557; die Schlussfolgerung (ll. 146-147, vt... gallinaceorum) ist von Er. zugefügt.

     2248

149 Lucian. Amores 2. Das Adagium unterbricht die Reihe der aus Apostolius entnommenen Proverbia mit Initiale Ο.

151-152 Adag. 108: Plat. Leg. II, 666 a. Plut. Mor. 61 a.

     2249

154 Apost. 13, 14 (= Suid. οὐδ᾿ ἀπὸ γῆς ὤνυσεν 778, v.l. ὤνησεν). Den richtigen Wortlaut gibt Phot. οὐδ᾿ ἀπὸ γείσων ὗσεν, den Er. nicht kannte.
     tu minimo quidem Nach Apost. (Suid.) loc. cit.

156 Verg. Aen. I, 540 sq.

     2250

160 Apost. 13, 30 = Suid. οὐδεὶς δυσώνης 820 (ὀψωνεῖ Apost. Suid.). Beide ohne Erläuterung.

215

166 Poll. III, 126. Das Sprichwort findet sich auch bei Eust., p. 455, 40 zu Il. IV, 141 (cf. Adag. 2214, n.l. 834).

     2251

169 Apost. 13, 64 (Θέτιδος καὶ).

171 Galateae fluuio Ein Fluss namens Galatea ist nicht bekannt.

172 Lucian. Dial. mar. 1, von Er. übersetzt ASD I, 1, p. 586 sq. Galatea ist jedoch Meernymphe wie Doris.

173 Suspicor ... haustum Quelle des Apost. war kein Anonymus, sondern der byzantinische Geschichtsschreiber und Epistolograph Theophylaktos Simokattes (Anfang 7. Jh.), Epist. 39, p. 775 Hercher. Der Satz bildet die Anfangssentenz eines kurzen Briefleins, wie Leutsch zu Apost. loc. cit. nachweist.

     2252

175 Hes. Erg. 352 (ἶσ᾿ ἄτῃσιν: ἶσα ἄτῃσιν Stob. III, 10, i2, p. 410 Hense).

181 illud Ennianum Iuv. 14, 207, früher dem Ennius zugeschrieben (so noch im Kommentar von Lemaire, Paris, 1825). Er. folgt den zeitgenössischen Iuvenalkommen tatoren, ebenso Adag. 2613, l. 1000 sq.

183 Soph. Ant. 312 sqq.

190 senarii prouerbiales Menandr. Monost. 422 und 755 Jäkel.

195 alibi   Adag. 3392 (Dulce pomum, cum abest custos). Pind. Isthm. 7, 47 sq.

     2253

199 Apost. 8, 90.

199-200 Dictum in bibosos ... Eubulus Nach Apost.: Eubulus fr. 31 Kock.

202 Suid. Θηρίκλειον 354.
    apud eundem Suid. Θηρικλέους τέκνον 353.

203-219 Huius dicti autorem ... Thericleum appellabatur Aus Athen. XI, 470 e-472 e und 478 b; eigene Zusätze sind ll. 210-211 et incertum ... a poculo und ll. 218-219 Imo ... appellabatur, beide von 1517. Der Text von 1517 wurde 1528 erneut aus Athenaeus ergänzt. Er. verfügte über die 1514 bei Aldus erschienene Editio princeps. Das von ihm benützte Exemplar, mit zahlreichen Randbemerkungen, die während der Arbeit an den Adagia entstanden sind, liegt in der Bodleiana in Oxford (M. Mann Phillips, The Adages of Erasmus, Cambridge, 1964, p. 90 sq.; ferner Erasmus en zijn tijd, Katalog des Museum Boymans-van Beuningen, Bd. 2, Rotterdam, 1969, Abb. 129 a).

203 Athen. XI, 470 f: Theopomp, fr. 32 Kock.

204 Antiphanes fr. 174, 4 Kock bei Athen. XI, 471. c.

208 Thphr. Hist. plant. V, 3, 2 bei Athen. XI, 470 f.

217

210 Athen. XI, 470 e: Ἡ κύλιξ αὕτη ἐγκάθηται περὶ τὰς λαγόνας ἱκανῶς βαθυνομένη. Unter λαγόνες ist der „Bauch” des Gefässes zu verstehen, nicht des Trinkers, wie Er. meint (vt ad ilia gestari posset).

211 Alii Anonyme ἄλλοι bei Athen. XI, 471 b.

213 Pamphilus Alexandrinus Bei Athen. XI, 471 b c.

217 Callimachus Vielmehr Ister Callimacheus FGrHist 334 F 47 bei Athen. XI, 478 b (χρυσοκλύστων: χρυσοκλείστων Ald. 1514).

219 Plut. Mor. 201 d. Er. Apophth. V, Scip. min. 15, LB IV, 267 A.

     2254

222 Suid. Θεαγένης 80. Cf. Apost. 8, 84 Θεαγένους χρήματα. Durch Apost. auf den Namen Theagenes aufmerksam geworden, fand Er. bei Suid. die Notiz καὶ παροιμία· Θεαγένους Ἑκάτειον. Das Lemma steht auch Zenob. Ald. col. 95.

223-225 Hic Theagenes ... cognominatus Nach Suid. resp. Zenob. Ald. loc. cit.

226 alibi   Adag. 3783 (Fumus). Cf. Adag. 1806 (Theagenis pecuniae).

     2255

227 Titel nach Thgn. 831.

228 Iactatur et hodie Suringar 79, p. 137 aus Agricola (1530): „Wer leichtlich gleubt, wird leichtlich betrogen”.

229 Thgn. loc. cit. Cf. Apost. 14, 30 b (mit Autornamen), wo aber die Lesarten ὤλεσα und ἀπιστία stehen.

233 Epicharm. fr. 250 Kaibel bei Suid. νῆφε 359.

236 Thgn. 74. Cf. Apost. 13, 86 e (ohne Herkunftsbezeichnung).

     2256 Otto 1688.

240 Ps. Sall. In Cic. 7 (aliud sedens sentis de re publica).

243 Hom. Il. XIII, 281. Zur falschen Einordnung und Übersetzung des Verses, die schon Stephanus (LB II, 794 D-F) richtigstellte, cf. Adag. 2584, n.l. 829. Er. Hess sich vom Schol. zu Pind. Nem. 3, 41 irreführen.

247 Pind. Nem. 3, 41.

251-253 Praefert ... vlla in re Nach Schol. zur Stelle (71 a; 72 a).

     2257

255 Nach Thgn. 63, cf. l. 261.

257 Martial. 2, 43: „Κοινὰ φίλων haec sunt, haec sunt tua, Candide, κοινά, / Quae tu magniloquus nocte dieque sonas ... Ex opibus tantis veteri fidoque sodali / Das nihil et dicis, Candide, κοινὰ φίλων?”
     Hom. Od. XVIII, 168.

219

261 Thgn. 63 (συμμείξῃς: συμμίξῃς Ald. 1495).

266 Soph. Ant. 543.

269 Thgn. 87.

272 alibi Thgn. 979.

275 idem Nicht Thgn., sondern Anth. Pal. X, 125 = Anth. Plan. I b 48, 2 f° 86v , anonym.

     2258

282 Diogen. 5, 64 (= Apost. 10, 11).

282-283 de carnibus ... vacantibus Nach Diogen. (= Apost.) loc. cit.

284 Diogen. loc. cit.

285 Suid. Κρόνου πυγή 2472 (= Diogen. loc. cit.). Hesych. Κ 93 (ebenfalls = Diogen., mit dem Zusatz ἀπὸ τοῦ Κρόνου).

286 a Saturno ... dedit Cf. Adag. 1075 und 1740.

     2259 Fortsetzung der mit Adag. 2251 abgebrochenen O-Reihe aus Apostolius, die dann 2261; 2263-2268 (2269) weitergeführt wird.

289 Apost. 13, 78.

291 Nam ... carminis heroici Ebenso Nauck, zitiert bei Petzold, p. 31.

294 Dicunt et hodie vulgo Suringar 191, p. 353 nennt neben andern ähnlichen aus Tappius (1539): „Wer eyer will hebben, der moeth der hennen kackeln lyden”; aus Seb. Franck (1541): „Der die eyer will haben, muss das gatzen der hennen auch leiden.”

296 Adag. 562, wo richtig μήτε steht (ebenso Adag., Prolegomena, LB II, 2 D, als Sapphozitat); cf. Diogen. 6, 58 = Apost. 11, 45 (nach Sapph. fr. 52 D.).

     2260

299 Apost. 1, 22 (μηδείς). Er. zog dem gering geschätzten Apostolius die Form des Spruchs in den Aristides-Scholien (cf. n.ll. 310-311) vor, trotz der falschen Negation. Der gleiche Fehler unten l. 331. Er. zeigt sich im Gebrauch der griechischen Negationen auch sonst unsicher; cf. Adag. 2165, n.l. 863.

299-300 Admonet ... accipiunt Nach Apost. loc. cit.

300 Ael. Arist. Or. 46 Dind. II, p. 269, 6 (ὅπου γε δὴ καὶ τῆς ἰσότητος καὶ τῆς γεωμετρίας ἐκεῖνοι ... μνημονεύοντες φαίνονται).

302 Ael. Arist., op. cit., p. 168, 20.

306 Plut. Mor. 719 b.

307 Ἀνίπτοις ποσίν Adag. 854.

310-311 cuius ... εἰσίτω Nach dem Schol. zu der zweiten der angeführten Aristidesstellen (Dind. III, p. 464 zu 125, 14 Jebb); dort steht im cod. Oxon. οὐδείς anstelle des | 221 normalen μηδείς. Cf. Elias In Aristot. Cat. (Comm. in Aristot. Graec. XVIII, 1), p. 118, l. 18.

311 Gell. I, 9.

313 ἄμουσοι Cf. Adag. 1518.

314-329 Praecipuus autem ... problemate secundo Nach Plut. Mor. 718 c-720 c.

314-315 Pythagoras Plut. Mor. 720 a.

317 Philo Plut. Mor. 718 e. Anstatt Φίλωνα schreibt jetzt Hubert im Plutarchtext Φιλόλαον auf Grund der hs. Überlieferung Φίλαον; auch Diels-Kranz haben das Testimonium für Philolaos abgedruckt (VS 44 A 7 a).

320 Plato Plut. Mor. 718 c.

323 in Timaeo Plut. Mor. 720 a-c.

330-332 Spado quidam ... ingredietur Diog. Laert. VI, 39 (μηδὲν εἰσίτω κακόν: so auch Er. Apophth. III, Diogenes 53, LB IV, 177 F; cf. supra n.l. 299.

332 Plat. Tht. 155 e.

335 Pythagoras bei Stob. III, 1, 199 und 41, 9 (p. 151, 3 und 759, 4 Hense) = Orph. fr. 334 Kern. Er. entnimmt den Vers der 1532 bei Froben erschienenen Gnomensammlung (Adag. 2013, n.l. 659), p. 88.

338 alibi   Adag. 2418 (Ostium obdite, prophani).

     2261 Petzold, p. 31 sq.

340 Apost. 13, 79 (ohne Erläuterung). Die Übersetzung entspricht dem akzentuierenden Rhythmus des spätgriechischen Verses (cf. O. Crusius, Rhein. Mus. 42 (1887), pp. 397 und 423), während der Senar des Titels missglückt ist (drăco).

342-343 optimatum ... exugerent Cf. Adag. 812 (A mortuo tributum exigere).

344-345 Quanquam ... olere Cf. Adag. 2231, n.ll. 993-994, und Adag. 2237, n.l. 46.

     2262

347 Apost. 1, 25 = Suid. ἀγωνάρχαι 328 (auch Zenob. Ald. col. 5): ἐπὶ τῶν μηδὲν ὀνιναμένων, εἰ σκήψαιντο. Plat. Leg. VI, 751 d.

349 Ἀγὼν ... ἀναμένει Suid. loc. cit. (fehlt bei Apost.). Cf. Zenob. 2, 45 ἀγὼν πρόφασιν οὐκ ἐπιδέχεται.

354 Rodolphum Agricolam R. Agricola, der von Er. Adag. 339 hoch gepriesene friesische Humanist, „quem virum si fatorum inuidia superesse voluisset, haberet Germania quem Italis opponeret” (Ep. 480, l. 100 an Budé 1516), starb im Alter von etwa 40 Jahren überraschend am 27. Oktober 1485 in Heidelberg, kurz nach der Rückkehr von einer Italienreise, auf der er in Trient eine Attacke von „febris quartana” erlitten hatte (Nieuw Nederlandsch Biogr. Woordenboek, IX, 1933, p. 15). Über Agricola Allen, Ep. 23, n.l. 57.

355 Curt. VII, 7, 10 (quo raro permittitur tempora eligere: quod raro permittitur tempora legere ed. Argent. 1518; der gleiche unverständliche Text auch in der Basler Ausgabe 1534. Durch die Änderung von „permittitur” in permittit macht Er. den Text verständlich). Der Zusatz C (1517/18) fällt zeitlich zusammen mit den Vorarbeiten zur Strassburger Curtiusausgabe (cum annotationibus Des. Erasmi Rot.; Vorrede von Er., datiert 4. November 1517 = Ep. 704). Diese haben auch sonst ihren Niederschlag in den Adagia gefunden. Cf. besonders zu Adag. 2700.

223

     2263

359 Apost. 13, 81 = Diogen. 7, 22: Ἐπὶ τῶν ἀπονεμόντων ἐνίοις τὰ εἰκότα καὶ πρόσφορα.

360 Ἐνουρεῖν εἰς ἀμίδα Adag. 468 nach Lucian. De merc. cond. 4, ASD I, 1, p. 555, l. 23. Cf. Apost. 6, 79 a = App. prov. 2, 31 (ἀπουρεῖν).

361 Plut. Mor. 527 d.

363 id est fabae genus Vielmehr eine Weinranke. So richtig im Dictionarium graecum, Venedig, 1497 (ebenso Basel, 1519): „malleolus [Rebsteckling], sarmentum”. Zu diesem Wörterbuch cf. Adag. 2287, n.ll. 604-607.

364 nucum Vielmehr Feigen (ἰσχάδων).

366 Plut. Mor. 358 b; 365 b c.

367 Colum. X, 31 sq. (369 Priapi: Ithyphalii v.l., so meistens edd. vett.).

370 Pompeius Gemeint ist der Kommentar des Pomponius Laetus, der in den zahlreichen zeitgenössischen Ausgaben der Scriptores rei rusticae hin und wieder mitgedruckt wurde, z.B. Bologna 1494, Florenz 1521, Paris 1529. Die von Er. ungenau wiedergegebene Stelle lautet: „Priapus filius Bacchi et Veneris ... hunc Aegyptus Ityphallum [sic] nominat ... hic deus putatur sacratus ab Iside, cum ... Osyridis membra legisset; nusquam reperit virile membrum, ideo templum huic prope Nilum statuit cum sacerdotibus”. (Zitiert nach der Ausgabe Columellae hortuli cum Iulii Pomponii Fortunati interpretatione, Paris, 1543, p. 5. Wörtlich gleicher Text in der erwähnten Ausgabe der Script. rei rusticae, Bologna, 1494.) Er. besass eine der Gesamtausgaben: Versandliste Nr. 324 Husner „Res Rusti. Columellae, Varronis, Catonis etc. cum commen. Beroaldi”. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um die Juntina von 1521 mit dem Titel Libri de re rustica (die älteren Ausgaben wie Bologna 1494, Reggio 1496 gehen unter dem Titel Opera agricolationuni) ... additis nuper commentariis Iunii Pompo. Fortunati ... cum adnotationibus Philippi Beroaldi (so im Katalog des Brit. Mus., unter dem Namen des Herausgebers Angelius Bucinensis, uns nicht zugänglich).

372 Hdt. II, 48; 49.

373 Adag. 1547.

     2264

375 Apost. 13, 82.

377-378 incassum ... verberante Nach Apost. loc. cit., ohne Zusatz H. ex poeta quopiam Aeschyl. Prom. 1001. Er. zitiert Aeschylus selten, meist aus zweiter Hand, erst seit 1526 aus direkter Lektüre (z.B. Adag. 2146, l. 616). Der Name fehlt in der Versandliste seiner Bücher.

379 Verg. Aen. VI, 471.

     2265

382 Apost. 13, 84.

382-383 Laborandum ... facultas Νach Apost.

383-384 Diogenes ... inopem Diog. Laert. VI, 51. Er. Apophth. III, Diogenes 108, LB IV, 182 D.

     2266

389 Apost. 13, 92 (πᾶν μοι τὸ χρέος). Byzantinisch (Petzold, p. 33).

390 subaudiendum εἴη Nach Apost. loc. cit.

390-391 Cum quis ... debet Apost. sagt nur: Ἐπὶ τῶν ὀλίγα ὀφειλόντων καὶ εὐτελῆ. Er. deutet den zu ergänzenden Optativ richtig.

391-392 Nonnihil ... combibonibus Über Apostolius cf. Adag. 2231, n.ll. 993-994; 2237, l. 46, und zu combibonibus das Urteil Adag. 2242, l. 116: „Homo non perinde ingenio elegans atque palato”.

     2267

394 Apost. 13, 94 (κορυδαλῇσι: Er. setzt die aristotelische Form κορύδαλος ein, die auch als fem. gebraucht wird, z.B. Hist. an. IX, 617 b 20). κορύδαλος „Haubenlerche” ist mit galerita (Plin. Nat. XI, 121) treffend wiedergegeben.

395 Citatur ex Simonide Nach Apost.: Simonides fr. 3 D. = Page Ρ MG fr. 538 (χρὴ κορυδαλλίσι πάσῃσιν).
     Plut. Mor. 91 e; 809 b; Timol. 37.

225

396 Plut. Timol. 37 (κορυδαλλοῖς: Er. gleicht nach oben aus, behält aber die Endbetonung bei).

403 Aristoph. Av. 471 sqq. (= Aesopica 447 Perry).
     ex Aesopo Aristoph. loc. cit.: ... οὐδ᾿ Αἴσωπον πεπάτηκας, / Ὃς ἔφασκε λέγων κτλ.

407 In eadem Aristoph. Av. 1295 (Φιλοκλέει, Ald. Φιλοκλεῖ: Philocteti beruht auf Kopierfehler).

408 Congruit huic Der Satz schliesst an l. 402 an.

409 Diog. Laert. VI, 89. Er. Apophth. VII, Crates 8, LB IV, 341 A.

     2268

412 Apost. 13, 97 (πάντ᾿ ἐντραγὼν).

413 reliquo negocio ... delassatus est Nach Apost. loc. cit.

414 senarius Vielmehr ein byzantinischer akzentuierender Vers; cf. Petzold, p. 32 sq.
    Sapit ... fecem Er.' Verdacht ist auch hier berechtigt; cf. Adag. 2261, n.ll. 344-345.

     2269 Das Proverbium fehlt im Apostolius-Autograph (cod. Parisinus 3059), dem Leutsch-Schneidewin folgen. Es steht aber bei Pantinus 15, 82 und im Parisinus 3060 des Apost.: Mantiss. prov. 2, 51. Da sich das Adagium alphabetisch hier anreiht, fand es Er. vermutlich in der ihm vorliegenden Apostoliushandschrift.

416-417 De stultam ... operam Ἐπὶ τῶν μάτην πονούντων Mantiss. prov. loc. cit.

417 In syluam ... ligna Adag. 657.

     2270 Beginn einer neuen Reihe (Μ Ν) aus Apostolius, die bis 2280 reicht.

420 Apost. 11, 21; τῆς Ἐρισίχθονος gehört zur Erläuterung; das Adagium lautet nur Μεταβλητότερος Μήτρας.

422-429 Metram ... donabantur Nach Apost. (aus Palaephatus De incredibilibus 23).

430 Ov. Met. VIII, 738 sqq., bes. 872-874.

     2271 Dasselbe Thema mit anderen Belegen Adag. 3354 (Melitaeus catulus).

432 Suid. Μελιταῖον κυνίδιον 519, cf. Apost. 11, 24 Μελιτηροὶ κύνες.

432-433 Quadrat in eum ... ad voluptatem Apost.: Ἐπὶ τῶν ἐπὶ τέρψει καλῶς τρεφομένων (fehlt Suid., da der Ausdruck dort nicht als Sprichwort behandelt ist).

434-436 Quidam habentur ... nutriuntur Nach Apost.

438 Plat. Rep. VIII, 563 c: Aἱ κύνες κατὰ τὴν παροιμίαν οἷαίπερ αἱ δέσποιναι γίγνονται Cf. Adag. 1513 (Catulae dominas imitantes), nach Apost. 16, 17.

439 Theocr. 15, 42 sq.

440 Lucian. De merc. cond. 33; 34. Cf. die Übersetzung ASD I, 1, p. 567, l. 20 sqq. Die eindrückliche Stelle wird Er. schon bei seinem Zusatz et ad lusum ... muliercularum (ll. 436-437) vorgeschwebt haben; die Übersetzung datiert von 1506.

227

444 animi causa Von Sklaven Cic. S. Rosc. 134. Cf. Plaut. Epid. 45. Zur Wendung cf. Landgraf zu S. Rosc. 133, p. 246.

     2272

446 Apost. 11, 37. Cf. Diogen. 6, 68 (mit abweichendem Text: Μὴ τὴν τέφραν φεύγων εἰς τὴν ἀνθρακιὰν ἐμπέσῃς) und Apost. 16, 41 : Τέφραν φεύγων εἰς ἀνθρακιὰν ἔπεσεν.

448-449 Videtur ... καταπίπτῃς Der Versuch, den byzantinischen Zwölfsilber mit Hilfe einer syntaktisch unpassenden Konjunktivform zum Hexameter umzugestalten, ist nicht geglückt. Etwas besser setzte Jos. Scaliger, Stromateus, v. 80 zum selben Zweck περιπίπτοις.

     2273

451 Apost. 11, 42: Ἐπὶ τῶν παρ᾿ ἀξίαν τι ποιούντων.

453-454 Syri ... molliciem Cf. Adag. 756 (Multa Syrorum olera), LB II, 320 D.

     2274

457 Apost. 11, 47: Μὴ κάρφος κινεῖν· ἐπὶ τῶν ἡσύχων. Die Imperativische Form scheint Er. 1515 zur Korrektur der im Frobenschen Nachdruck von 1513 (s) vorgenommenen Änderung κινεῖ (cf. app. crit.) selbst gebildet zu haben. Bei Diogen. 6, 67 und Suid. Μ 872 steht Μηδὲ κάρφος κινεῖν.

     2275

461 Apost. 11, 71 (ἡ ἀγαθὴ ἄκανθα, entsprechend die ganz andere Deutung ἐπὶ τῶν ἐκ πρώτης ἡλικίας φαινομένων ἀγαθῶν γενέσθαι). Auch hier ist die von Er. gebotene Form eine Neubildung, die darauf beruht, dass er offenbar den Text falsch kopierte, indem er die attributive Stellung des Adjektivs nicht beachtete.

463 Sentit ...de asparagis Cf. Adag. 2605 (Ci tius quam asparagi coquuntur): „herbae genus spinosum ..., cuius summa, priusquam durescant, leuiter coquuntur.”

464 Qui maior est aetate etc. Walther 24201 aus Ed. Margalits, Florilegium prouerbiorum vniuersae latinitatis. Suppl. (Budapest, 1910), p. 6 (uns nicht zugänglich).

466 Diphilus fr. 83 Kock aus Stob. IV, 50, 67, p. 1044 Hense. Er. entnimmt 1533 das Fragment der 1532 bei Froben erschienenen Gnomensammlung (cf. Adag. 2013, n.l. 659), p. 138.

     2276

472 Apost. 11, 74 = Suid. Μόσχος ᾄδων 1279.

472-474 Moschus ... Phrygium Nach Apost. = Suid. loc. cit.; l. 474 aut Dorium von Er. zugesetzt.

474 vocatur Nach Apost. und Suid. loc. cit.: Τὸ δὲ Βοιώτιον οὕτω καλούμενον ....

     2277 Otto 739.

477 Apost. 11, 62: Ἐπὶ τῶν ἐριζόντων καὶ διατεινομένων.

479 Hier. Epist. 62, 3: „si contentiosum inter se ... funem trahunt”. Er. las und gab diesen Satz in seiner Ausgabe der Hieronymusbriefe, Basel, 1516, in der Form: „... si contentiosum inter se amatores eius et obtrectatores funem duxerint”. Weitere Stellen bei Otto loc. cit.

480 Tert. Adv. Iud. 1: „contentioso fune ... diem ... traxerunt”; cf. ferner Adv. Marcion. 4, 4, CSEL 47, p. 428, 22: „funis ducendus est contentionis” und De pud. 2, CSEL 20, p. 223, 21: „funem contentiosum ... distendere”. Weiteres bei Otto loc. cit.

483 alibi   Adag. 467 (Funem abrumpere nimium tendendo).

229

     2278

485 Apost. 11, 50: παραινετική ἐστι.

487 Hor. Epist. I, 17, 3 sq.: „Disce, docendus adhuc quae censet amiculus, vt si / Caecus iter monstrare velit; tamen aspice siquid” etc. Cf. Otto 277. Er. zitiert die Horazstelle aus dem Gedächtnis, wie Adag. 740 (Caecus caeco dux), LB II, 312 F.

     2279 Petzold, p. 44 sq.

490 Apost. 11, 90 (κολοκύνταν ἔφερεν).

491-492 In eum congruit ... opitulari Nach Apost. loc. cit. Die Deutung befriedigt nicht. Cf. O. Crusius, Rhein. Mus. 42 (1887), p. 421: Die Maus wird durch den Kürbis, den sie schleppt, behindert, rechtzeitig in ihr Loch zu fliehen.

493 anili Cf. Hor. Serm. II, 6, 77. Er. bezeichnet damit die Fabel als nichtaesopisch. Crusius loc. cit. führt das Adagium auf die Fabel vom Krieg der Mäuse und der Wiesel (Phaedr. IV, 6; Babrius I, 31) zurück.

     2280 Petzold, p. 26.

495 Apost. 12, 1.

499 Hermolaus Barbarus an der Adag. 2237, n.l. 47 zitierten Briefstelle.

     2281

502 Aristoph. Nub. 27.

502-503 hodie ... dicitur Suringar 69, p. 117 aus Tappius (1539): „Ihm dreumet auch des nachts darvon.” „Es kompt jm auch im schlaff für.”

505 Aristoph. loc. cit.

509 paulo superius Aristoph. Nub. 16.

510-512 Sed ... facere Nach Hesych. ὀνειροπόλος 873 und ὀνειροπολῶν 874.

513 Plaut. Capt. 848; Amph. 697.

514 Ter. Andr. 971 sq. Cf. Otto 578.

515 Hor. Carm. III, 27, 38 sqq.

     2282

520 Plut. Mor. 663 f (522-523 ἀντίχορδα, „die gegensätzliche Meinung bezeichnend”: ἀντὶ χορδῆς Ald. 1509).

525 Adag. 414, LB II, 186 EF. Die Ableitung wäre nur richtig, wenn die von Er. angenommene Bedeutung zuträfe.

     2283 Beginn einer neuen Serie aus Apostolius, mit Initiale Ε (bis 2290, mit Ausnahme von 2284).

527 Apost. 7, 64: Ἐπὶ κεφαλὴν ὠσθέντα· ἐπὶ τῶν κακῶς πασχόντων, μᾶλλον δ᾿ ἐπ᾿ ὀλέθρου.

529 Lucian. De merc. cond. 39 (ἐπὶ τράχηλον ὠσθείς von Er. übersetzt mit „praeceps datus”, ASD I, 1, p. 569, l. 29); cf. id. Tim. 44 ὠθεῖν ἐπὶ κεφαλήν.

530 Ter. Phorm. 625 : „Vno ore auctores fue re, vt praecipitem hanc daret”. Terenz wie Lucian werden von Er. auswendig zitiert.

531 Plut. Mor. 1043 e (ἕνεκα χρηματισμοῦ ... καὶ τὴν Σκυθῶν ἐρημίαν). Cf. Adag. 2494 (Scytharum solitudo).

231

535 Steph. Byz. Παντικάπαιον.
     Sen. Benef. VI, 1.

537 Phoenix fr. 3, 9 sq. Diehl bei Athen. XII, 530 e f (541 κἠρᾶν = καὶ ἐρᾶν, was schon Stephanus, LB II, 800 D, zu unserer Stelle verlangte, gegen die von Er. akzeptierte Lesart der Aldina 1514 κερᾶν „miscere”, die nach Syntax und Sinn unmöglich ist).

     2284

546 Cic. Att. IX, 10, 5 („est et cum ciuibus” die neueren Ausgaben nach Lambinus: est cum ciuibus codd.).

548 Suid. ἀσπονδεί 4214.

551 Chrys. Hom. in Matth. 46 (al. 47), 1 in fine, Migne PG 58, 477.

552 Basil. Epist. 207, 2 (ad clericos Neocaesarienses), Migne PG 32, 761. Er. zitiert in seinem Zusatz G 1528 nach der im selben Jahr erschienenen Editio princeps Basilii Magni et Gregorii Nazanzeni (sic) Theologorum Epistolae Graecae nunquam antea editae, Haganoae (Hagenau) per Ιoh. Secerium 1528. Der Satz lautet richtig: Κἂν τὴν αἰτίαν ἐρωτηθῶσι [so auch ed. princ.] ... τρόπον μελωδίας τῆς παρ᾿ ὑμῖν κεκρατηκυίας συνηθείας παρηλλαγμένον (ed. 1528 interpungiert nach κεκρατηκυίας, dann unverständlich συνήθειας παρηλλαγμένην).

555-556 sine sacris suscepti belli Diese Übersetzung von ἀσπόνδου πολέμου beanstandet Stephanus zu Recht; besser ist l. 548 atrox et irreconciliabile.

557 Aeschin. 2, 37.

559 Aeschin. 2, 80.

561 causae Cf. Adag. 2048, l. 68 sq.: „Εὐθύνη Graecis est causa siue accusatio.” Das attische Rechenschaftsverfahren ist hier mit causae missverständlich wiedergegeben.

563 qui mittit foeciales Cf. Liv. I, 32.

565 citationem triplicem Gemeint ist das dreifache Zitieren im Kontumazverfahren. M. A. von Bethmann-Hollweg, Der römische Civilprozess, II, Bonn, 1865, p. 775. Cf. Dig. XLVIII, 1, 10. Cod. Iust. VII, 43, 8 (ter citatus). Einen Fall aus der Rechtspraxis des 16. Jh. bietet Am. Kor. 3490: „vno edicto pro tribus, quod vulgo peremptorium appellatur, euocatus.”
     litis contestationem Cod. lust. III, 9 De litis contestatione. M. Käser, Das römische Zivilprozessrecht = Rechtsgeschichte des Altertums, Handbuch der Altertumswissenschaft, X, 3. Teil, 4. Band, München, 1966, p. 215 sqq.
     libellum repudii „Scheidebrief”, Vulg. Mt. 5, 31, cf. Dt. 24, 1.

566 Tua tibi habe Dig. XXIV, 2, 2: „In repudiis autem comprobata sunt haec verba: tuas res tibi habeto, item haec: tuas res tibi agito.”

     2285

569 Apost. 7, 52: Ἐπὶ τῶν εὐγενῶν· γένος γὰρ πολὺ καὶ λαμπρὸν ἀπὸ Βούτου, ἀφ᾿ οὗ [auf γένος bezogen, nicht auf Butes, wie Er. meint] οἱ ἱερεῖς καθίσταντο Ἀθήνησιν ( = Suid. Ἐτεοβουτάδαι 3283).

569-571 Dici solitum ... instituit Nach Apost. loc. cit., mit Missverständnis (vide supra n.l. 569).

571-572 Et ab huius posteris ... creabantur Auch hier liegt ein Irrtum vor, falls Er. nicht ab im Sinne von „ex” verwendet. In diesem Falle könnte er an den attischen Redner und Staatsmann Lykurg, Zeitgenossen des Demosthenes, denken, der dem Geschlecht der Eteobutaden angehörte (Plut. Mor. 841 b).

     2286

575 Apost. 7, 95.

575-581 De canicie ... reportarit Nach Apost. loc. cit.

233

586 Pers. 4, 4 sq.

587 Theocr. 12, 2 (ἤματι: ἄματι Ald. 1495).

591 Schol. Theocr, loc. cit. 2 bc: Od. XIX, 360; cf. Adag. 2646 (Anno senior fio).

594 Pind. Olymp. 4, 30 (ἀνδράσιν ... θαμάκι: ἀνδράσι ... θαμὰ καί Ald. 1513).

598 Desiderantibus ... est Der Satz schliesst an den Zusatz F (ll. 586-593) an. Doch fasst Er. jetzt, anders als in seiner Übersetzung des Theokritverses (l. 590), ποθεῦντες im allgemeinen Sinn („desiderantes”) und γηράσκουσι mit Schol. Theocr, loc. cit. in übertragener Bedeutung (Schol. 2a νομίζουσι ὥσπερ καταγεγηρακέναι). Cf. auch Stephanus, LB II, 801 EF-802 D, n. 2.

599-600 Sic piger ... matrum Hor. Epist. I, 1, 21 sq.

601 Et hodie Cf. Adag. 2646, n.l. 663, und Suringar, Nachtrag zu 13, p. 489.

     2287

604 Apost. 7, 98.

604-607 Hoc gestu ... contemptum Nach Apost. loc. cit. (dort richtig σκιμαλίσαι) mit dem Zusatz l. 606 aut strepitu digitorum. Von ἐσκιμαλίσαι bis contemptum wörtlich gleich in Aleanders Lexicon graecolatinum multis et praeclaris additionibus locupletatum (Paris, 1512); daraus übernommen von Curio im Dictionarium graecum (Basel, 1519), mit Druckfehler έρκιμαλίσαι, aber unter εσκ-eingereiht. Bei Aleander schliesst sich, ähnlich wie bei Er., daran an „Aristopha. καὶ τὸν δόριξον [sic, cf. infra n.l. 609] οἷον ἐσκιμάλισεν, plura lege apud Sudam”. Es scheint zunächst, dass Aleander das Ganze aus den Adagia übernommen hat. Nun steht es aber bei ihm in einem Nachtrag (f° ff IV), für den er sich auf „adnotationes ... in antiquum vocabularium Ferrariae impressum sparsim intrusas” beruft. Damit ist gemeint das Lexicon graecolatinum des Johannes Crastonus (Erstausgabe Mailand, um 1478, ohne Angabe von Ort und Jahr), das 1510 in Ferrara von Maciochus neu gedruckt wurde (Allen, Ep. 885, n.l. 12). Die Ausgabe ist uns nicht zugänglich; aber wenn man Aleanders Angaben Glauben schenken kann, ist anzunehmen, dass Maciochus, der 1514 einen Nachdruck von Er.' Adagia veranstaltete (BB E. 91, cf. Allen, loc. cit., n.l. 13), das Stück aus den Adagia von 1508 in sein 1510 erschienenes Lexikon übernommen hatte und es von dort in Aleanders Ausgabe von 1512 gelangt ist. Über die verschiedenen Drucke des Lexicon graecolatinum cf. Allen, introd. Ep. 1460. Ein „Dictionarius graecus” befand sich in den Bücherbeständen des Er. (Versandliste Nr. 186 Husner). - Die falsche Form ἐσκιμαλίσαι beruht, wie Stephanus (LB II, 802 F, n. 2) richtig anmerkte, auf dem Lemma ἐσκιμάλισεν bei Suid. (vide infra), wobei Er. irrtümlich das Augment zum Verbalstamm zog.

607 Iuv. 10, 53.
     alibi Adag. 1367 (Mandare laqueum).

609 Suid. ἐσκιμάλισεν 3150: Aristoph. Pax 549.
     senarium hunc Er. bezieht sich auf den zweiten der zitierten Verse, den er 1508 aus Suid. entnahm, und zwar mit der Lesart δοριξόν (so die Mailänder Suidasausgabe von 1499 anstatt δορυξόν; Er. schrieb δόριξον, cf. app. crit.). Das Wort blieb Er. zunächst dunkel, weshalb er den Einzelvers auch nicht übersetzte. Die Übersetzung wurde erst 1526 zu den inzwischen im Aristophanestext festgestellten Versen mit der durchsichtigen Lesart δορυξόον hinzugefügt. 1528 wurde der nun überflüssige Einzelvers gestrichen, aber der Hinweis, der sich auf diesen bezog, senarium hunc, blieb stehen. Aristoph. Pax 548 sq. (δορυξόν: δορυξόον Ald. 1498).

614 Suid. loc. cit. (aus Schol. Aristoph. Pax 549): Σκιμαλίσαι γάρ ἐστι κυρίως τὸ τὸν μέσον τῶν δακτύλων [τὸ τὸν δάκτυλον Schol. Aristoph.] εἰς τὸν πρωκτὸν τοῦ ὀρνέου ἐμβαλεῖν. Die Erklärung dazu gibt Schol. Aristoph. Ach. 444: Ἐλέγετο δὲ σκιμαλίζειν τὸ τῷ μικρ δακτύλῳ τῶν ὀρνίθων ἀποπειρᾶσθαι εἰ ᾠοτοκοῦσιν.

235

     2288 Cf. Adag. 1392 (Bonorum glomi).

618 Apost. 7, 99 = Suid. ἔσχατα ἐσχάτων 3248.

619 in initio operis Adag. Proleg. XIII, LB II, 11 BC.

620-621 Athen. XV, 698 c: Das von Er. zitierte κακῶν κακά (so Ald. 1514: κακῶς κακά die neueren Ausgaben) gehört zu dem einzigen Fragment des Hegemon von Thasos (Parodorum epicorum Graec. rell. rec. P. Brandt, 1888, p. 43), v. 9; voraus geht Hipponax fr. 77 D. κακὸς κακόν (κακῇ κακόν Ald.).

622 Ἑλλάδος Ἑλλάδα In dem Thukydides zugeschriebenen Grabepigramm auf Euripides, Anth. Pal. VII, 45 (= Anth. Plan. IIP, 22, 25), erwähnt von Athen. V, 187 d; dieses wird Adag. 1392 mit Verfassernamen zitiert und richtig auf Athen, nicht auf Attika, bezogen.

623-624 Ἀγαθῶν ἀγαθίδες Adag. 1392.

624 Δεινότερα Δεινίου und Κύντερα Κύντωνος Apost. = Suid. loc. cit.

627 Ir. 24, 3 (ficus bonas, bonas valde, et malas, malas valde).

     2289

631 Apost. 8, 5.

632-633 Vbi quis ... incurrit Nach Apost. loc. cit.

633 Videtur ... ab Apostolio Der Spruch besteht aus zwei byzantinischen trochäischen Achtsilbern; cf. Petzold, p. 20.

     2290

636 Apost. 8, 3; cf. Suid. ἑτερόγναθος 3289 (εἶ fehlt Suid., da offenbar erst Apostolius das angebliche Sprichwort geschaffen hat).

636-639 In edacem ... transferat Nach Apost. loc. cit. ausführend.

639 Hesych. ἑτερόγναθος 6557 ἐπὶ τῶν ἵππων (cf. Xen. Equ. 1, 9), ohne die Übertragung auf den Menschen.

     2291 Beginn einer neuen Reihe aus Apostolius, mit Ο und Π (bis 2294), anschliessend Adag. 2295-2299 mit Τ.

642 Apost. 13, 50 (ἀστυκὸς ἀνήρ). Er. stellt um, um den Trimeter herzustellen, der ihn dann 1533 nicht mehr befriedigt (cf. l. 650), weil das α von ἀνήρ lang gemessen werden müsste. Der richtige Versschluss, den Er. nicht kannte, lautet ἐστυκὼς ἀνήρ (Phot. Lex. οὐδὲν φρονεῖ = Com. fr. adesp. 598 Kock); er hat nichts mit Stadt- und Landleben zu tun.

646 astuti παρὰ τὸ ἄστυ Cf. Paul. Fest. s.v. astu, p. 6 M.

650 Ter. Eun. 987: „An in astu [= ἄστυ] venit? aliud ex alio malum!”. In der Strassburger Terenzausgabe von 1503 steht der ganze Vers in einem Satz, ohne trennende Interpunktion.

     2292

653 Apost. 13, 100; cf. Suid. Πατροκλῆς 795, wo als Sprichwort nur Ἐκ Πατροκλέους erwähnt ist. Er.' Wiedergabe des Namens durch Patroclus anstatt durch Patrocles hat Stephanus (LB II, 803 E, n. 1) zu Recht beanstandet.

653-656 In diuitem ... Aristophane Nach Apost. loc. cit.

654 oppido quam „Sehr”, „überaus”; die Wendung findet sich z.B. bei Liv. XXXVI, 25, 3; XXXIX, 47, 2.

237

656 Aristoph. Plut. 84 (Hinweis auf Plut. bei Suid., aber ohne ἔρχομαι).

658 Eudemus Cf. Adag. 2061, n.l. 323.

     2293

660 Apost. 14, 9 (aus Demetr. De eloc. 7).

663 Sic volo etc. Iuv. 6, 223 (hoc volo: sic volo v.l.; der Vers wird von Er. auch Adag. 2601, l. 91 und Inst. princ. ehr ist., ASD IV, 1, p. 173, l. 209 in dieser Form zitiert).

666 τὸ δὲ ἱκετεύειν μακρόν Ebenfalls bei Apost. loc. cit. Dieses Anhängsel ist nur verständlich als Antithese zur Einleitung des Satzes bei Demetrius loc. cit., was Apostolius entging. Der ganze Satz lautet bei Demetrius: Τὸ μὲν ἐπιτάσσειν σύντομον καὶ βραχὺ καὶ πᾶς δεσπότης δούλῳ μονοσύλλαβος [sic], τὸ δὲ ἱκετεύειν μακρὸν καὶ τὸ ὀδύρεσθαι. Stephanus kritisiert deswegen in seiner Anmerkung zu diesem Adagium (LB II, 803 EF, n. 2) Er., da er glaubt, dieser habe den Text direkt aus Demetrius missverständlich ausgehoben.

667-668 dissyllaba ... seruis Cf. Adag. 2012 (Duplices viros), l. 626.

668 Μῦς Diog. Laert. X, 3; Gell. II, 18, 8; Macr. Sat. I, 11, 42.

669 Athen. V, 222 a: Herodikos, Grammatiker der pergamenischen Schule (2. Jh. v. Chr.); cf. I. Düring, Herodicus the Cratetean, Stockholm, 1941, p. 5 sqq.

672 Demosthenes Vielmehr Demetrios Poliorketes bei Athen. XIV, 614 e (= Phylarchus FGrHist 81 F 12).

674 histriones Richtig wäre „seruos”, cf. supra l. 667 sq.

675 Athen. loc. cit. (Βῖθυν: Βίθην Ald. 1514).

676 Ariobarzanes Bekannt vor allem als Name der beiden kappadokischen Fürsten, Vater und Sohn, bei Cic. Fam. II, 17, 7; XV, 2, 4; Prov. 9. Der gleichnamige Grossvater Plut. Sulla 5; 24.
     Nabuchodonosor Die griech.-lat. Namensform für Nebukadnezar im Alten Testament: 2. Kg. 24, 1; 25, 1. Ir. 39, 1. Ez. 29, 19 (Sept. Ναβουχοδονοσορ, ohne Akzent). Im Griechischen wird sonst die Form Ναβοκοδρόσορος vorgezogen, cf. Niese im Index zu Fl. Ios. s.v. Ναβουχοδονόσορος; über die verschiedenen Namensformen Müller zu Fl. Ios. C. Ap. I, 19, 3.
     apud Plautum Die Namen lauten Pyrgopolinices (Mil.) und Megadorus (Aul.). Zu langen Namen bei Plautus cf. Adag. 2169, l. 909 sq.

     2294

679 Apost. 14, 29: ἀντὶ τοῦ ἀπατᾶν.

680-681 Nam πηνίκη ... significat Nach Apost. (aus Suid. πηνίκη 1529).

681 galericulum „Perücke”, so Suet. Otho 12.

681-682 πηνικίσματα Hesych. πηνηκισμάτων (cod.: πηνικισμάτων)· φενακισμάτων (daher auch der Zusatz in H, ll. 679-680).

     2295

684 Apost. 16, 39. Cf. Suid. τεττίγων ἀνάμεστα 378 aus Schol. Aristoph. Nub. 984.

684-689 In gloriosos ... Aristophanes Er. folgt Apost., abgesehen vom Zusatz H (l. 686). Bei Apostolius ist der Suidastext τοὺς τέττιγας παρέλαβεν Ἀριστοφάνης durch ein vorangestelltes μωρούς erweitert. Das in diesem Zusammenhang unverständliche Wort führt Er. zu seiner Bemerkung In ... stultos ... dicebatur (l. 684).

686 Zusatz H nach Suid. τεττιγοφόροι 377; cf. Hesych. τεττιγοφόρας.

689 Aristoph. Nub. 984 sq. (Διπολιώδη: δὴ πολιώδη verlesen aus Διιπολιώδη Ald. 1498).

694-695 Cecides ... desitum Nach Schol. Aristoph. Nub. 985.

239

     2296

698 Apost. 16, 73: ἐπὶ τῶν μακρολογούντων; cf. Plut. Mor. 224 c.

700-702 Nam Athenis ... Lucianus Die Angabe beruht auf Lucian. Anach. 19, wo von den Verhandlungen vor dem Areopag (dafür Er. ungenau in concione) berichtet wird, dass der Herold einschritt, wenn ein Redner durch ein Prooemium die Richter zu gewinnen oder sonst ihre Leidenschaft zu erregen suchte (Ἢν δέ τις ἢ φροίμιον εἴπῃ πρὸ τοῦ λόγου ... ἢ οἶκτον ἢ δείνωσιν ἔξωθεν ἐπάγῃ τῷ πράγματι ..., παρελθὼν ὁ κῆρυξ κατεσιώπησεν εὐθὺς οὐκ ἐῶν ληρεῖν πρὸς τὴν βουλήν). Die Wendung ἄνευ προοιμίων καὶ παθῶν scheint Er. selbst gebildet zu haben. Ablehnung von (langen) Prooemien findet sich ferner Lucian. Tim. 37; Bis accus. 26; cf. Nigr. 10. Das angebliche athenische Verbot kannte Er. auch aus Quint. Inst. VI, 1,7: „Athenis affectus mouere etiam per praeconem prohibebatur orator” und aus Apul. Met. X, 7: „... exemplo legis Atticae ... patronis denuntiat praeco neque principia dicere neque miserationem commouere.”

703 Ter. Andr. 709: „Narrationis incipit initium”; dazu Don.: „Velut prooemium narraturi est.”
     Hor. Serm. II, 7, 21 (Non dices hodie, quorsum ... tendant).

704 Aelius Spartianus Script. hist. Aug. II, 1, 3.

706 Plut. Mor. 224 c (Λαβώτας μακρολογοῦντός τινος εἶπε κτλ.: Er. liest mit der Aldina 1509 Λάβωτος und fasst dies als Gen. auf; damit wird, wie im vorausgehenden Apophthegma, Kleomenes zum Subjekt). Er. Apophth. I, Labotus 30, LB IV, 122 A steht das Dictum unter dem Namen Labotus, mit dem Nachsatz „Hunc Labotum Herodotus Leobotan appellat, quod nobis sonat populi pastorem” (Hdt. I, 65).

     2297

712 Apost. 16, 84.

715 Greg. Naz. Epist. 114, 6 (Migne PG 37, 212 B). Auf Grund dieses Testimoniums, das Er. 1528 in der im gleichen Jahr erschienenen Erstausgabe (vide supra Adag. 2284, n.l. 552) fand, wurde die Bemerkung in C-F: Vereor, ne et hoc e compotationibus [cf. dazu Adag. 2266, n.l. 392] asscripserit Apostolius als ungerechtfertigt erkannt und gestrichen.

719-721 Ita nunc loquuntur ... indoctiores Der Zusatz von 1528 beruht auf Lingua (1525), ASD IV, 1, p. 264, l. 903: „Tacet nunc insulsus [nicht „infulsus”] Pero ... solus Maro loquitur.” Dort ist auch p. 263, l. 897 Filistus (sic) als Widersacher Vergils genannt. Weiter unten (p. 314, l. 747 sqq.) heisst es: „Habuit ... Vergilius Peronem, Oratius Meuium ..., quorum nunc ne nomina quidem extarent, nisi beneficio eorum, quibus obtrectarunt, transissent ad posteros.” Cicero wird in diesem Zusammenhang in der Lingua nicht angeführt. Für die aus Don. auct. Vit. Verg. 61 und 77 Diehl stammenden Namen Pero (Paro), Philiscus (Philistus - die Schreibung Filistus bei Brummer [1912], p. 32 Interpolatio Σ) und Meuius cf. Schalk zu den erwähnten Lingua-Stellen; für Meuius ausser Hor. Epod. (nicht Epist.) 10, 2 (mit Porphyrio) und Verg. Ecl. 3, 90 (mit Serv.) noch Serv. Comm. Georg. I, 210.

     2298

723 Apost. 16, 89 (τρὶς τὰ κακά).

724-730 Hanc paroemiam ... κακά Nach Apost. loc. cit. = Ael. Nat. an. XV, 27 (τρὶς τοῖς κακοῖς τὰ κακά).

731 Sokrates von Argos FGrHist 310 F 17 bei Athen. IX, 388 a.

734 Menandr. Monost. 212 Jäkel.

240

736-737 De audiendis poetis Plut. Mor. 23 e: Trag. fr. adesp. 352 N.

     2299

743 Apost. 16, 95.

743-744 Quoties ... poenas Nach Apost. loc. cit.

     2300

747 Zenob. 3, 99 (Com. fr. adesp. 680 Kock); Suid. ἐκκέκοφθ᾿ ἡ μουσική 410 = Plut. Paroem. 1, 38; Apost. 6, 94. Interrupta Unrichtig anstatt „expulsa” oder „finita”.

747-749 Veteres ... coeptae Nach den angeführten Quellen; aber diese nennen nicht männliche Sänger usw., sondern nach griechischem Brauch τὰς μουσουργοὺς (can tatrices) καὶ κιθαρίστριας (citharistrias) καὶ ὀρχηστρίας (saltatrices).

749-751 Vnde quidam ... Interpellant Ὅθεν τὴν καινοτομίαν τινὲς αἰτιώμενοι τῇ παροιμίᾳ ἐχρῶντο Suid. loc. cit. Der Satz fehlt im Zenobiustext der Paroem. Gr., ist aber in Zenob. Ald. col. 77 vorhanden, ebenso bei Plut. loc. cit. und Apost. loc. cit. Er. fasst offenbar καινοτομίαν (κενοτομίαν Ald.) als „Unterbrechung” anstatt als „Neuerung”.

752 apud Platonem Er. denkt an die Stelle, wo die Flötenspielerin aus dem Symposion weggewiesen wird (Symp. 176 e). So auch Kock zu Com. fr. adesp. 680. Er. brauchte die Stelle in Adag. 2480 (Sibi canere), l. 210 sq.